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Australien: "Frauen müssen besser aufpassen": Mord an junger Komikerin sorgt für Diskussion

"Wir haben ein Recht darauf, sicher nach Hause zu kommen!" In Australien ist nach dem brutalen Mord an einer jungen Komikerin eine Diskussion über die Sicherheit von Frauen entbrannt. Vor allem die Kommentare der Polizei machen viele wütend.

Eurydice Dixon trat regelmäßig als Komikerin auf

Eurydice Dixon trat regelmäßig als Komikerin auf

Eurydice Dixon war am Dienstagabend auf dem Heimweg. Die 22-jährige Comedian hatte in Melbourne gerade erfolgreich einen Bühnenauftritt hinter sich gebracht, war in guter Stimmung. "Bin gleich sicher zuhause, du auch?", schrieb sie ihrer Freundin auf dem Handy noch. Es war das letzte Lebenszeichen von ihr. Dixon wurde kurz darauf vergewaltigt und ermordet, ihre Leiche fand man auf einem Fußballfeld. Der brutale Fall ruft in wütende Reaktionen hervor - und zwar nicht nur wegen der Tat an sich.

Vor allem die Reaktion der Polizei steht in der Kritik. Kurz nach dem Fund der Leiche hatten Beamte Frauen aufgefordert, stets genau ihre Umgebung wahrzunehmen und lieber einmal zu viel die Polizei zu rufen, als zu wenig. Was vielleicht gut gemeint war, kam in den sozialen Netzwerken und australischen Medien weniger gut an.

"Armlänge Abstand": In Deutschland kennen wir die Diskussion auch

"Frauen brauchen keine 'bessere Wahrnehmung ihrer Umgebung'! Sie brauchen Männer, die sie verdammt nochmal nicht angreifen!", so der Tenor vieler Tweets und Kommentare. Denn nicht mal der Kontakt zur Freundin mit dem Handy in der Hand konnte Dixon retten. Immerhin: Der mutmaßliche Täter - ein 19-Jähriger - wurde mittlerweile gefasst.

"Wenn ein Mann nachts angegriffen wird, reden wir über härtere Gesetze und Gewalt von Betrunkenen. Wenn eine Frau nachts angegriffen wird, sagen wir, dass sie nicht alleine raus gehen soll," fasst es ein anderer den Polizei-Tweet zusammen.

Die Diskussion ähnelt der über die "Armlänge Abstand", die nach den Übergriffen in der Silverstnacht in Köln 2015 auch bei uns geführt wurde. Dass mit solchen Ratschlägen und Forderungen der Fokus weg vom Täter auf die Opfer gelegt wird, fällt vielen gar nicht auf. Tatsache ist: Nachts nicht ausgehen schützt viele Frauen trotzdem nicht vor Angriffen. Denn noch immer kommt Gewalt gegen Frauen am häufigsten zuhause vor - in und Australien.

sst