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Revolve: "Dick ist nicht schön": Riesen-Shitstorm gegen Klamottenmarke wegen dieses Pullis

Auf dem Pulli, der beim Online-Versand Revolve verkauft wird, steht "Dick sein ist nicht schön, sondern eine Entschuldigung". Kann man nicht ernstlich glauben, ist aber dennoch wahr. Dahinter steht eine Kette wirklich dämlicher Fehler – mit einer eigentlich guten Intention.

Revolve Pulli

"Being Fat is not beautiful, it's an excuse" – dieser Pulli sorgt im Internet zur Zeit für Aufruhr

Durch die Gesellschaft geht zur Zeit ein Ruck. Insbesondere Vorurteilen, Stereotypisierung und offenem Sexismus werden hierbei die Daumenschrauben angesetzt. Während also alle Augen besonders aufmerksam nach kleineren oder größeren Vergehen suchen, würde man ja eigentlich meinen, dass die Kreativ-Teams der großen Marken einen besonders aufmerksamen Blick auf ihre neuesten Kreationen werfen, bevor sie diese auf den Markt geben. 

Wie gesagt, würde man meinen. Denn dann wären da noch so Marken wie "Revolve", die einfach alle Vorsicht in den Wind zu schießen scheinen und kurzerhand einen Pullover in ihren Online-Shop luden, auf dem folgende Worte stehen: "Dick sein ist nicht schön, es ist eine Entschuldigung." Leute, das ist noch nicht mal so subtil, dass man hinterher sagen könnte: HUPS, sorry, das war aber nicht so gemeint. Ehrlich jetzt. Was habt ihr euch dabei gedacht?

Und noch während das Internet – zurecht – Schaum vor dem Mund bekommt, stellt sich heraus: Das Ganze ist ein gemeinschaftliches Versagen ALLER Beteiligten. Kein Mist. 

Von vorne: Das Label LPA hatte gemeinsam mit Revolve eine Kampagne geplant. Mitmachen sollten so große Namen wie Lena Dunham und Paloma Elsesser, die beide auch als Body-Positivity-Aktivistinnen bekannt sind. Insgesamt fünf Frauen hatten Zitate abgegeben, die ihnen so bereits gesagt wurden. Diese wurden auf Pullover gedruckt und sollten dann verkauft werden – wobei ein Teil der Erträge an "Girls Write Now", eine gemeinnützige Organisation, gespendet werden. So weit, so gut.

Es reihte sich Fehler an Fehler

Doch dann veröffentlichte Revolve die Produkte im Online-Shop einen Tag zu früh. Erster Fehler. Noch dazu waren die Pullover an schlanken, gephotoshopten Models fotografiert worden – worüber die Zitatgeberinnen nicht informiert worden waren. Zweiter, gravierender, Fehler.

Auf Instagram entschuldigte sich die LPA-Designerin, eine persönliche Freundin von Lena Dunham, nun für die schiefgelaufene Kampagne: "Was uns das Genick gebrochen hat, war nicht unsere Intention, Aufrichtigkeit oder das Konzept, sondern mangelnde Kommunikation meinerseits, die dazu führte, dass die Kollektion nun so bei Revolve gezeigt wurde und dass die Bilder völlig aus dem Zusammenhang gerissen auf der Seite gezeigt wurden." Das ist ja alles sehr nobel und dennoch würde man meinen, dass Revolve, hätten sie eine Sekunde länger nachgedacht, vielleicht gemerkt hätte, dass diese Art Pullover, die auf die heutige Kultur respektloser Kommunikation im Internet hinweisen sollte, vielleicht nicht unbedingt an ein sehr, sehr schlankes Model gehört. Oder ist das wirklich zu viel verlangt?

Lena Dunham auf Instagram

Auch Lena Dunham kommentierte das Geschehen auf ihrem Instagram-Kanal

Lena Dunham entzieht der Kampagne die Unterstützung

Auch Lena Dunham hat sich inzwischen zu der aus dem Ruder geratenen Kampagne geäußert, schrieb auf Instagram: "Der Gedanke hinter dieser Kampagne ist einer, der mir sehr am Herzen liegt. Die Erlöse sollten jungen Frauen dabei helfen, die Kraft zu finden, sich durch Kunst und Schreiben auszudrücken." Stattdessen habe Revolve die Sweatshirts ausschließlich an schlanken, weißen Frauen gezeigt und "nicht darüber nachgedacht, dass Unterschiedlichkeit und Individualität genau die Dinge sind, die einem im Internet zum Verhängnis werden. Oder dass fehlende Vielfältigkeit in der Repräsentation genau das Problem sind." Deshalb könne sie Kampagne nicht länger unterstützen.

Revolve selbst äußerte sich in einem Statement: "Leider wurde eines der Teile an einem Model gezeigt, dessen Körpermaße nicht die Hintergedanken der Kampagne bestärkten. Wir von Revolve wollen uns bei allen Beteiligten entschuldigen […]. Die Kollektion wurde nun zurückgezogen. Wir sind stolz, nun 20.000 Dollar an "Girls Write Now" spenden zu können und hoffen, dass wir damit trotzdem noch etwas Positives zu den Menschen bringen können, die eigentlich aus dieser Zusammenarbeit mit LPA profitieren sollten."

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jgs
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