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Kultmarke vor dem Aus: Bench ist pleite - und wer macht jetzt gemütliche Pullis mit Daumenlöchern?

Das britische Modelabel Bench ist pleite. Für Hoodie-Freunde ist das Ende der Kultmarke bereits die zweite Hiobsbotschaft des Jahres.

Bench Hoodies

Ein Eindruck aus der Bench-Winterkollektion 2017 - in diesem Jahr wird es voraussichtlich keine geben. 

Es gab eine Zeit, sie ist schon ein paar Jahre her, da schien jeder zweite Deutsche zwischen 20 und 35 Jahren mindestens einen Bench-Kapuzenpullover zu besitzen. Oder mindestens jeder dritte. Vor allem im Winter schienen die flauschigen Hoodies im kalten Mitteleuropa denn auch die beste Erfindung seit dem Taschenofen zu sein: Ein hoher Kragen, den man bis ins Gesicht ziehen konnte, die Kapuze war per Definition sowieso dran und als besonderes Schmankerl gab es oft noch praktische Daumenlöcher in den Ärmelbündchen, so dass man keine kalten Hände bekam. Und dann sahen die Teile auch noch wirklich stylish aus. 

Bench hat sogar den ehemaligen Hugo-Boss-Chef Bruno Sälzer dazu verleitet, vom Anzug auf den Kapuzenpulli umzusteigen. Sälzer war zwischen 2014 und 2018 Chef des Labels und hielt auch nach seinem Abgang noch 15 Prozent am Unternehmen. In der aktuellen "Capital" sagte Sälzer noch kurz vor seinem Rückzug, bei Bench seien fast alle "Kinderkrankheiten" abgestellt, das Geschäft laufe normal.

Bench im Jahr 2018 - pleite und vor ungewisser Zukunft

Ein Irrtum, wie sich jetzt - nur kurze Zeite später - zeigt:  "Durch die Abwertung des britischen Pfundes, den starken Wettbewerb und den rückläufigen Markt in unserem Modebereich haben wir viel Gegenwind erfahren", teilte der Direktor von Bench Limited, Barry Knight, am Donnerstag in Manchester mit. Im Subtext, das schwingt bei diesen Worten mit, habe auch der Brexit mit seinen Auswirkungen auf die britische Währung eine gewisse Mitschuld. Außerdem habe das Unternehmen unter einem größeren Logistikproblem im Jahr 2016 gelitten. Von der Insolvenz sei auch die deutsche Konzerntochter betroffen. 

Zu möglichen Interessenten wollte sich ein Unternehmenssprecher am Donnerstag in Manchester nicht äußern. "Dazu ist es einfach noch zu früh", sagte Matthew Thomlinson der Deutschen Presse-Agentur. Das Unternehmen ist vor allem in Großbritannien und Deutschland aktiv: In England gibt es 20 Geschäfte mit 176 Mitarbeitern und in Deutschland zwölf mit 170 Beschäftigten. 

Für Hoodie-Freunde ist die Bench-Pleite jedenfalls nach dem angekündigten Naketano-Aus vor einigen Monaten die zweite Hiobsbotschaft des Jahres. 

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rös / DPA