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Periode ist kein Luxus: In Schottland gibt es Tampons jetzt umsonst – in Deutschland hinken wir meilenweit hinterher

Perioden-Armut nennt es sich, wenn sich Menschen nicht die nötigen Hygiene-Artikel leisten können, die sie in den meisten Fällen einmal im Monat brauchen. In Schottland wird jetzt dagegen vorgegangen. 

Tampon

Tampons und andere Hygieneprodukte sind unumgänglich – und teuer

Getty Images

Frauen bekommen einmal im Monat ihre Periode. Das fängt irgendwann in der Pubertät an und hört bei den meisten erst knappe 40 Jahre später wieder auf. 40 mal 12 macht 480 – zieht man ein paar Monate für Schwangerschaften oder Stressphasen ab, bleiben immer noch rund 450 Perioden. Im Schnitt. Die jeweils zwischen drei und sieben Tagen andauern. Man muss kein Experte sein, um zu wissen, dass das jede Menge , Binden, Menstruationstassen und sonstige Hygieneprodukte sind. Jede. Menge. Also wirklich sehr viele.

Wer in letzter Zeit mal durch die Drogerie seines Vertrauens gestreunert ist, wird vielleicht festgestellt haben, dass Tampons und alles andere als günstig sind. Eine Packung kostet zwischen vier und fünf Euro. Natürlich gibt es auch die günstigeren Varianten, aber erstens sind die auch nicht sehr viel günstiger, zweitens häufig tatsächlich nicht so zuverlässig wie ihre Markenkonkurrenz und drittens will man spätestens bei Dingen, die man sich regelmäßig in den Körper einführt, irgendwie nicht knausern.

Lange Rede, kurzer Sinn: Perioden sind unumgänglich und trotzdem sind die Produkte, die man in dieser Zeit unweigerlich braucht, teuer. Das sollte nicht so sein.

Tampons für alle!

In Schottland hat man nun einen ersten Schritt getan, um sogenannte Perioden-Armut zu verhindern. Laut der britischen Zeitung "The Guardian" hatte eine Umfrage herausgefunden, dass jeder vierte Schüler und Student bereits einmal Probleme hatte, die finanziellen Mittel für seine Perioden-Produkte aufzubringen. Daraufhin verabschiedete die Regierung einen 5,2-Millionen-Pfund-Plan, der den 395.000 Schülern und Studenten in Schottland Hygieneartikel frei zugänglich machen soll.

Eine Sprecherin der Regierung sagte hierzu: "Es ist eine Schande, dass es in einem reichen Land wie , immer noch Menschen gibt, die sich einfache Hygieneartikel nicht leisten können."

Weiterhin gäbe es Pläne, Tampons und Binden auch in öffentlichen Toiletten zur Verfügung zu stellen. [Applaus, Jubel, Ekstase]

Das muss man sich dann wahrscheinlich ungefähr so vorstellen, wie das Glücksgefühl, wenn eine Bar auf den Toiletten kleine Körbchen mit Tampons hat – nur dauerhaft. Klingt gut.

Die Periode ist kein Luxus!

Ob ein solcher Vorstoß auch in folgen wird, bleibt fraglich. Hier kämpfen wir zur Zeit noch mit ganz anderen Problemen: So wird auf Hygieneartikel eine Umsatzsteuer von 19 Prozent erhoben, da es sich laut Gesetz um "Luxusartikel" handelt. Für notwendige Artikel, zu denen beispielsweise Schokolade, Schnittblumen und Kaffee zählen, gilt eine verminderter Steuersatz von 7 Prozent.

Bevor das jetzt jemand falsch versteht: Kaffee am Morgen ist ABSOLUT notwendig. Aber ein Produkt, das jede Person, die menstruiert, einmal im Monat braucht, ist definitiv kein Luxus. Und sollte, wenn es schon nicht verschenkt wird (GO SCHOTTLAND!) zumindest nicht als solcher versteuert werden.

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jgs
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