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Thomas Cook: Airline will junge Frau wegen ihres Crop-Tops aus dem Flieger werfen

Auf dem Weg in die Sonne schon mal das Urlaubsoutfit anziehen? Klingt eigentlich nach einer sinnvollen Idee. Doch eine Passagierin von Thomas Cook sollte nun genau deswegen aus dem Flieger geworfen werden – weil sie angeblich andere Passagiere belästigte. 

Eigentlich wollte Emily O'Connor aus Birmingham doch nur das machen, was unsere Mütter uns schon immer geraten haben: "Zieh dich auf dem Flug in den Urlaub nicht zu warm an – sonst schwitzt du, wenn du ankommst!" Und da auf Teneriffa, ihrem gewählten Urlaubsort, bereits über zwanzig Grad herrschten – was für Briten das Equivalent zu Hochsommer ist, zumindest, was das Outfit angeht – warf sie sich schon mal in Hitze-Schale.

Die 21-Jährige Britin entschied sich also für eine schicke Hosen-Crop-Top-Kombi und machte sich bereit, in den Flieger zu steigen, der sie auf die kanarische Insel bringen sollte. Doch kaum habe sie die Kabine betreten, hätte das Personal sie auf ihre Kleidung angesprochen: "Man sagte mir, ich würde aus dem Flugzeug geworfen werden, wenn ich mir nichts überziehen würde, da mein Outfit 'belästigend' sei", schreibt die junge Frau auf Twitter.

Daraufhin habe sie die Mitarbeiter darüber informiert, dass es auf der Website der Airline keine Kleiderordnung gebe und die restlichen Passagiere gefragt, ob sich irgendjemand von ihrem Outfit belästigt fühle: "Niemand sagte etwas."

Thomas Cook will keine Hakenkreuze im Flieger – aber Häkeltops?

Tatsächlich gibt es bei Thomas Cook eine Richtlinie zu erlaubter und nicht erlaubter Kleidung. Diese besagt, dass Fluggäste "angemessen" gekleidet sein müssen, was beispielsweise gewisse Aufdrucke auf T-Shirts ausschließe. Will heißen: Wer mit einem Hakenkreuz-Shirt in den Flieger spaziert, muss sich nicht wundern, wenn er auf direktem Wege wieder hinaus befördert wird. Aber ein Häkel-Crop-Top?

Gegenüber dem britischen "The Independent" sagte Emily, ihre Cousine, dir mit ihr in den Urlaub flog, habe ihr schlussendlich eine Jacke geliehen, weshalb es ihr erlaubt gewesen sei, im Flieger zu bleiben, doch der Vorfall habe sie nachhaltig verstört: "Da war ein Mann in Tanktop und Shorts im Flieger, der viel mehr Haut gezeigt hat als ich."

Auf dem Rückflug eine Woche später habe sie das exakt gleiche Outfit getragen und keinerlei Probleme gehabt, sagt Emily. Doch der Hinflug sei "das schlimmste Erlebnis meines Lebens" gewesen: "Ich fühlte mich so sexualisiert. Man gab mir das Gefühl, ich hätte mich entblößt."

Inzwischen hat sich auch ein Thomas-Cook-Sprecher zu dem Thema geäußert, sagte: "Es tut uns Leid, dass wir Miss O'Connor aufgebracht haben. Es ist offensichtlich, dass diese Situation besser hätte gehändelt werden können. Wie alle Airlines haben wir eine Kleiderordnung. Diese gilt für Männer und Frauen jeden Alters – ohne Diskriminierung. Unsere Crews haben die schwierige Aufgabe, diese Ordnung zu implementieren und machen dabei nicht immer alles richtig."

No shit, Sherlock.

Ein junger Mann mit blauer Wollmütze und weiß-rot kariertem Hemd geht vor einer Bretterwand entlang
jgs