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Mehrere Airlines straucheln Condor will bis zu 1000 Stellen abbauen

Condor-Chef kündigt Stellenabbau an
Während der Corona-Pandemie müssen zahlreiche Condor-Flieger am Boden bleiben. Das wird sich nun auf die Belegschaft auswirken.
© Wolfgang Minich / Picture Alliance
Die Airlines weltweit straucheln in diesen Tagen. Die Pandemie sorgte für massenhaft Stillstand und rote Zahlen, die sich nun bei Condor und anderen Fluglinien in zahlreichen Kündigungen äußern könnten.

Es wird nicht ruhiger um die deutsche Fluggesellschaft Condor. Im vergangenen Jahr hatte der Mutterkonzern Thomas Cook Insolvenz angemeldet, wenig später kam auch die eigentlich solvente Fluglinie in Zahlungsschwierigkeiten. Ein großes Darlehen wurde genehmigt, für das die Bundesrepublik Deutschland und das Land Hessen bürgten. Im April diesen Jahres platzte die Übernahme durch die polnische Fluglinie LOT, weil diese selbst unter der Corona-Pandemie zahlreiche Streichungen hinnehmen musste. Wenige Tage später wurde ein Staatskredit über ca. 550 Millionen Euro bewilligt, der Condor nun aus der Krise führen soll. Allerdings kann auch die großzügige Finanzspritze kaum verhindern, dass einige Stellen abgebaut werden müssen. 

Condor-Chef kündigt massiven Stellenabbau an

"Ich denke, wir werden, wie die anderen Fluglinien auch, etwa 15 bis 25 Prozent der Stellen abbauen müssen", sagte Airline-Chef Ralf Teckentrup der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Das wären bei uns zwischen 650 und 1000 Stellen."

Grundsätzlich sei Condor im Schutzschirmverfahren, das schon vor der Corona-Krise begonnen habe, erfolgreich restrukturiert worden. Das Verfahren wird dem Manager zufolge noch bis voraussichtlich Ende September laufen. "So können wir Verträge schneller kündigen, wie etwa für unsere Unternehmenszentrale."

Ärger um Kündigungen bei Tuifly

Condor ist nicht die einzige Airline, die in diesen Tagen strauchelt: Der Tui-Konzern will im großen Stil Stellen bei Tuifly abbauen. Das Land Niedersachsen vermittelt derzeit zwischen Arbeitnehmern und Management der Airline und erinnert an gültige Tarifvereinbarungen, die Kündigungen ausschließen. Es dürfte nicht einfach werden.

Außerdem sehe eine bis Ende 2021 laufende Betriebsvereinbarung für den Konzern den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen vor. "Wir müssen in eine konstruktive Diskussion darüber kommen, wie eine sozialverträgliche Lösung aussehen kann", betonte Verdi. "Tuifly muss in Deutschland weiterhin eine Perspektive haben." 

sve DPA

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