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Trendwende Rauchen ist out: Warum qualmt eigentlich keiner mehr?

Hi, ich bin Johannes und ich war heute unterwegs,
um euch zu fragen, wie ihr es mit dem Rauchen haltet.
Raucht ihr? Ja oder nein?
Und: Wenn ja, wieso? Und: Wenn nein, wieso nicht?


Also ich rauche selber und würde es nie empfehlen,
aber mich persönlich entspannt es sehr.
Ich selbst persönlich rauche nicht. Aber ich finde es auch okay,
wenn andere Leute rauchen, nur vielleicht nicht unbedingt in meiner Nähe. Ich habe mein ganzes Leben lang noch nie wirklich geraucht. Vielleicht mal
mit Freunden eine Shisha oder so, aber nie damit großartig angefangen. Ich rauche nicht. Also es stört mich nicht an Anderen, solange sie mir
nicht direkt ins Gesicht atmen und den Rauch ins Gesicht pusten. Ansonsten reizt mich selbst das gar nicht.
Ich habe das jetzt in all meinen Lebensjahren noch nicht einmal probiert.
Ich habe es natürlich mal ausprobiert, wie wahrscheinlich jeder. Aber mir hat es einfach nicht zugesagt
und ich finde alleine schon den Geruch an den Fingern nicht so lecker. Also meine Eltern rauchen nicht.
Das ist aber jetzt so eine Ausnahme für mich. In meinem Freundeskreis rauchen alle.
Also es gibt vielleicht ein paar Ausnahmen, aber sonst eigentlich alle. Papa hat immer geraucht und das
war einfach vom Geruch her nicht so meins. Das hat mich dann auch abgeschreckt,
und wie viele Krankheiten einfach davon ausgehen. Was auffällig ist, dass in meinem einen Umfeld
eigentlich fast gar nicht geraucht wird. Nur von so zwei, drei Leuten.
Und im anderen Umfeld wird komplett von allen geraucht. Meine Familie raucht, meine Eltern haben geraucht
und ich fand das als Kind schon immer sehr ekelhaft. Und dieser kalte Geruch von kaltem Rauch und so,
das fand ich alles nicht lecker. Und das ist mir auch viel zu teuer. Da ist mir das Geld viel zu schade dafür,
da gönne ich mir lieber was anderes davon. Ich merke, dass ich dann eher mal mit denen,
die nicht rauchen, was mache. Also bei mir im Freundeskreis ist es spürbar eher in die
Richtung gegangen, dass die Leute weniger rauchen. Ob es jetzt an diesen Bildchen auf den Packungen liegt
oder doch am Preis, der steigt, weiß ich nicht. Aber ich bin froh, dass meine Freunde nicht so viele Raucher sind. Vielleicht ist es auch den Leuten einfach bewusster geworden,
dass das ziemlich teuer ist und sie da einsparen können.
Und dass das auch nicht gut für die Gesundheit ist.


Interessant ist: Wer mit Zigaretten oder einer Zigarettenpackung
unterwegs ist, wollte mir grundsätzlich nicht antworten.
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Zigaretten sind längst nicht mehr so beliebt wie früher. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der jugendlichen Raucher halbiert. Wir haben junge Menschen gefragt, wieso.
Von Johannes Zimmermann

Als ich in der fünften Klasse aufs Gymnasium kam, hat mich die Raucherecke abgeschreckt – wegen der älteren, bedrohlich wirkenden Jahrgänge dort. Später hat mich hauptsächlich der beißende Qualm gestört. Und als ich mein Abi hatte war die Raucherecke fast verschwunden. Offenbar war Rauchen aus der Mode gekommen. Nur eine Clique hatte die Lust an den teuren Kippen nie verloren – sie hatten sie in ihrem Freundeskreis schlussendlich wirklich jedem schmackhaft gemacht. Abgesehen von diesen zehn Menschen benutzte jedoch fast keiner mehr den einst so stark umvölkerten Aschenbecher. Und das war tatsächlich keine rein lokale Erscheinung an meiner Schule.

Viel weniger jugendliche Raucher

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Raucher unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen halbiert. Unter denen, die per Gesetz eigentlich noch gar nicht rauchen dürfen, ist die Zahl besonders zurückgegangen. 2006 rauchte noch jeder fünfte Teenager zwischen 12 und 17 Jahre, 2016 nur noch einer von 14. Somit gibt es in einer durchschnittlichen 7. Klasse nur zwei Raucher. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hervor. Von den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahre rauchte 2008 fast jeder zweite, heute nur noch jeder vierte. Das ist ein nie da gewesener historischer Tiefstand. 

Abschreckende Experimente zur Prävention

Nach Ansicht der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) setzte die Trendwende in den 2000er Jahren ein, nachdem die Präventionsarbeit deutlich verstärkt wurde. In der Schule wurde - jedenfalls bei mir - auch tatsächlich häufig über Rauchen gesprochen. Mit unserem Bio-Lehrer haben wir das bekannte Experiment durchgeführt, bei dem eine Zigarette in eine Vorrichtung gesteckt, angezündet und dann durch einen Filter hindurch an der Zigarette "gezogen" wurde - allerdings haben nicht wir eingeatmet, sondern ein Blasebalg. Und das Ergebnis war abschreckend: Der Filter war vorher weiß und nun sehr stark gebräunt. Die Bilder von Raucherlungen haben vielen von uns dann den Rest gegeben. Die meisten von uns haben nie begonnen, zu rauchen. 80 Prozent der Teenager und 40 Prozent der jungen Erwachsenen geben heute an, nie geraucht zu haben.

Wer widerstehen kann, ist stolz darauf

Aber liegt es wirklich nur am Gesundheitsbewusstsein? Ich wollte wissen, warum niemand mehr qualmt und habe über die Gründe fürs Rauchen und Nichtrauchen mit einigen jungen Menschen gesprochen. Sie haben mir ihre Erfahrungen im Video (siehe oben) geschildert. Viele haben es geschafft, zu widerstehen, wenn andere zur Zigarette gegriffen haben. Laut BZgA hat das Umfeld junger Menschen großen Einfluss darauf, ob sie mit dem Rauchen anfangen oder nicht. In meinen Interviews habe ich auch andere Stimmen gehört: Die rauchende Familie kann zum Beispiel eine abschreckende Wirkung haben, weil man den Qualm als Kind oft eklig findet. Und wer es geschafft hat, den Zigaretten zu widerstehen, ist ein bisschen stolz darauf - das ist zumindest mein Eindruck.

Als Alternative zur Zigarette sind übrigens Wasserpfeifen immer noch sehr beliebt. Unter den jüngeren Teenagern gab jeder zehnte an, in den vergangenen 30 Tagen Wasserpfeife geraucht zu haben. Unter den jungen Erwachsenen waren es sogar 16 Prozent. Jeder dritte Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahre hat außerdem mindestens einmal Cannabis geraucht.


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