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US Open: Tennisspielerin wird bestraft, weil sie ihr Shirt auf dem Platz umdreht

Die französische Tennisspielerin Alizé Cornet wollte in ihrer Erstrundenpartie bei den US Open ihr Shirt umdrehen, weil sie es verkehrt herum trug – mit drastischen Konsequenzen: Sie wurde vom Schiedsrichter verwarnt. Die Netzgemeinde spricht von Sexismus.

Judy Murray, die Mutter des dreifachen schottischen Grand-Slam-Siegers Andy Murray, ist sauer – aber nicht wegen ihres Sohnes: Der zog am Montag nach vier Sätzen gegen den Australier James Duckworth in die zweite Runde der US Open ein. Vielmehr findet Judy Murray es unfair, dass Männer und Frauen im Tennis immer noch nicht gleich behandelt werden. "Aber Männer dürfen ihr T-Shirt auf dem Platz wechseln", schreibt die 58-Jährige bei Twitter. Doch weshalb regt sich Murray überhaupt auf?

Es geht um die Aktion der Französin Alizé Cornet. Die hatte bei ihrer Erstrundenpartie gegen die Schwedin Johanna Larsson bemerkt, dass sie ihr Shirt verkehrt herum trug – und es daraufhin auf dem Platz umgedreht. Das hatte allerdings drastische Konsequenzen: Cornet wurde vom Stuhlschiedsrichter wegen "unsportlichen Verhaltens" verwarnt.

US Open – "Dafür werde ich jetzt bestraft?"

"Das kannst du auf dem Court nicht machen", belehrte sie der dänische Unparteiische Christian Rask. Cornet fragte: "Dafür werde ich jetzt bestraft?" Rask nickte nur und verkündete die Strafe über sein Mikrofon. Der 28-Jährigen stand die Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben. Sie zuckte nur verständnislos mit den Achseln. Am Ende verlor die Weltranglisten-31. ihre Partie in drei Sätzen mit 6:4, 3:6 und 2:6.

In den sozialen Netzwerken wird seitdem wild über die Strafe diskutiert. Allen voran Murray kannes nicht fassen: "unsportliches Verhalten", kommentiert sie die Aktion und fügt ein ungläubig guckendes Emoticon hinzu. Auch die ehemalige Tennisspielerin Casey Dellacqua befindet, die Verwarnung sei "lächerlich". Vielmehr regen sich viele Nutzer über fehlende Gleichberechtigung auf. So saß Novak Djokovic in seiner Partie gegen Marton Fucsovics minutenlang oberkörperfrei auf der Ersatzbank, während Cornet binnen weniger Sekunden ihr Shirt schon wieder an hatte.

Nach Serena Williams – nun auch noch das

Dabei handelte der Schiedsrichter noch nicht einmal falsch. Laut den Regeln der Women’s Tennis Association (WTA) dürfen medizinisch bedingte Kleiderwechsel nur an "privaten Orten" vollzogen werden, wie der australische Fernsehsender ABC News auf seiner Online-Seite schreibt. Die Association of Tennis Professionals (ATP) hat schlicht andere Regeln.

Indes könnte das Timing des Vorfalls nicht unpassender sein. Bereits vor wenigen Tagen hagelte es Kritik, weil die French Open neue Regeln für die Kleidung einführen wollen, die Athleten in Paris während der Spiele tragen dürfen. Zum Beispiel solle das Outfit von Serena Williams verboten werden. Dazu der FFT-Präsident Bernard Giudicelli im Interview mit dem Tennismagazin "Smoda": "Ich glaube, dass wir manchmal zu weit gegangen sind."

rpw
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?