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USA: Schockierende Bilder aus der Notaufnahme: Ärzte legen sich mit Waffenlobby NRA an

Immer wieder kommen in den USA Menschen durch Waffengewalt ums Leben. Allein im vergangenen Jahr waren es 15.000. Mit einer Twitter-Aktion haben sich nun zahlreiche Ärzte gegen den Gebrauch von Schusswaffen und die Waffenlobby NRA ausgesprochen.

Bilder, die Ärzte aus den USA posteten

Unter dem Hashtag #ThisIsMyLane posteten Ärzte aus den USA die Folgen von Waffengewalt. Mit der Twitter-Aktion sprechen sie sich gegen den Gebrauch von Schusswaffen aus.

Ein Country-Musik-Festival in Las Vegas, eine Schule in einer Kleinstadt im Bundesstaat Florida und nun eine Kneipe an der Westküste: Waffengewalt ist für die Menschen in den USA inzwischen zur Alltagserfahrung geworden. Dass sich das in naher Zukunft ändert, ist unwahrscheinlich. Dazu müsste schließlich das Gesetz geändert werden – und nichts ist unwahrscheinlicher als das. Zumal die US-amerikanische Waffenlobby National Rifle Association (NRA) nicht müde wird, zu betonen: "In den USA hat jeder Bürger das Grundrecht, Waffen zu besitzen."

Die NRA ist um keine Ausrede verlegen. Nun attackiert die Lobby sogar Ärzte, die es wagen, etwas gegen die NRA zu sagen, wie "Buzzfeed News" berichtet. Auf Twitter schreibt sie zu einem Artikel der Fachzeitschrift "Annals of Internal Medicine": "Jemand sollte diesen selbstherrlichen Anti-Waffen-Ärzten sagen, dass sie sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern sollen. Die Hälfte der Artikel macht sich für Waffenkontrolle stark. Am Beunruhigendsten ist, dass die Ärzte niemanden außer sich selbst konsultiert haben."

Diesen Vorwurf lassen viele Medizinerinnen und Mediziner nicht auf sich sitzen – und zeigen der Waffenlobby nun, dass dieses Thema sehr wohl "ihre Angelegenheit" ist. Unter dem Hashtag #ThisIsMyLane (deutsch: Das ist meine Angelegenheit) twittern sie Infos und Bilder darüber, wie sehr Waffen ihren Arbeitsalltag prägen.

USA: Ärzte starten Twitter-Aktion gegen NRA

Zum Beispiel Kristin Gee. Die Ärztin veröffentlicht ein Bild, das sie anscheinend nach einer Not-OP aufgenommen hat. Es zeigt ihren blauen Kittel, der völlig blutverschmiert ist. Dazu schreibt sie: "Liebe NRA, so sieht es aus, wenn ich mich um meine Angelegenheit kümmere. Wir werden zum Thema Waffengewalt nicht einfach schweigen. Ich spreche für meinen Patient, seine Eltern, die niemals dieselben sein werden – und für jede Person, die noch kommen wird."

Die Neurochirurgin Mahua Dey postet ein noch viel schlimmeres Bild. Darauf ist die Kugel einer Schusswaffe in einer Metallschüssel zu sehen. Sie kommentiert es mit den Worten: "Diese Kugel habe ich aus dem Gehirn eines sechs Monate alten Babys geholt. NRA, ihr seid für meine Angelegenheit mitverantwortlich."

Mittlerweile lassen sich tausende Tweets unter dem Hashtag #ThisIsMyLane finden. Dennoch bleibt es unwahrscheinlich, dass bald ein neues Waffengesetz in den USA verabschiedet wird. Dazu ist die NRA zu einflussreich.

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rpw