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Kritik an Abtreibungs-Studie: "Bringt bei mir nichts" – so reagiert Jens Spahn auf Nackt-Protest

Mit nacktem Oberkörper sprengten zwei Aktivistinnen der internationalen Frauenrechtsgruppe "Femen" einen Auftritt des 38-Jährigen in Schleswig-Holstein. Der Minister zeigte sich unbeeindruckt.

Eigentlich wollte Jens Spahn mit der Jungen Union in Dithmarschen in Ruhe Mehlbeutel essen und als "bekanntester Ehrengast der letzten Jahre" eine Rede halten – doch statt des nordischen Nationalgerichts, einem Mehlkloß mit Zucker und Speck, gab es erst einmal einen kleinen Eklat. Während der 38-Jährige auf der Bühne stand, stürmten zwei halbnackte Frauen in den Saal. Auf ihren Oberkörpern stand in schwarzen Großbuchstaben unter anderem "5 Millionen Spahnsinn“ und "Mein Bauch gehört mir."

LE DROIT A L'AVORTEMENT EST UN DROIT HUMAIN ! ( english/ French ) That's #Spahnsinn why are you sending women through...

Gepostet von FEMEN am Freitag, 12. April 2019

Die Aktivistinnen spielten damit auf die Debatte um das Thema Schwangerschaftsabbrüche an. Der Gesundheitsminister hatte im Februar angekündigt, für fünf Millionen Euro eine Studie in Auftrag zu geben. Die soll die "Häufigkeit und Ausprägung seelischer Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen" untersuchen. Einen Kommentar zur Studie lest ihr hier.

Das ist "Spahnsinn"

Kreativ wurde der Auftritt der Aktivistinnen aber durch eine weitere Performance: Die beiden sangen eine umgedichtete Version des Songs "Wahnsinn" von Schlager-Sänger Wolfgang Petry: "Das ist Spahnsinn – warum schickst du Frauen in die Hölle? Eiskalt sind dir Frauenthemen egal. Das ist Spahnsinn – du spielst mit unseren Gefühlen!" Während zwei Sicherheitsleute die Frauen mit sichtlicher Mühe aus dem Saal führten, blieb der Gesundheitsminister gelassen. Spahn, der sich offen zu seiner Homosexualität bekennt, konterte: "Bei mir kommt ihr mit Ausziehen nicht so weit. Das bringt bei mir nichts." Daraufhin applaudierten die Zuschauer im Saal.

Die internationale Organisation "Femen" tritt für Frauenrechte ein und ist für ihre provokanten "Oben-ohne-Aktionen" bekannt, mit denen sie auf die Diskriminierung von Frauen aufmerksam machen will. Auf ihrer Homepage veröffentlichte die Gruppe das Video des Auftritts und forderte die sofortige Streichung der Paragrafen 218 und 219a. Die Artikel aus dem Strafgesetzbuch regeln eine Strafe für Abtreibungen und verbieten die Werbung für den Abbruch von Schwangerschaften.

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lau