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Interview

Eine Demonstrantin erzählt: Missbrauchs-Urteil: "Wir Frauen fühlen uns in Spanien nicht sicher"

Hält die Frau still, ist es rechtlich keine Vergewaltigung, wehrt sie sich, wird sie vielleicht sterben: Ein Gerichtsurteil in Spanien sorgt seit Tagen für Wirbel. Eine junge Spanierin erzählt, warum sie und so viele andere auf die Straße gehen.

Proteste in Spanien

So wie die Medizinstudentin Maria Lopez Quiroga gehen in Spanien gerade Tausende auf die Straße

Die Details des Falls, der ganz Spanien in Aufruhr versetzt, sind grausam. Ein 18-jähriges Mädchen wurde von fünf Männern während des Stiertreibens in Pamplona im Juli 2016 in eine Ecke gedrängt und missbraucht. Vaginal. Oral. Anal. Die Männer waren um die zehn Jahre älter als sie, filmten alles und klauten ihr anschließend das Handy. Ein Gericht urteilte am vergangenen Donnerstag: Das war keine Vergewaltigung. Seitdem ist es laut auf Spaniens Straßen.

Zehntausende zeigten direkt nach dem Urteilsspruch und am Wochenende darauf in fast allen großen Städten Spaniens ihren Ärger darüber. Nach dem Massenstreik zum Weltfrauentag am 8. März ist es die zweite große Protestwelle, die das Land erschüttert. Jeder in Spanien kennt den Fall, auch die sozialen Netzwerke sind voll mit dem Thema. Die Diskussion erinnert an die deutsche "Nein heißt Nein"-Debatte nach dem Fall Gina-Lisa Lohfink und der Silvesternacht von Köln 2015.  "Es reicht!", hieß es auf vielen Plakaten der Demonstranten.

"Es passiert dauernd, jeder kennt es"

Eine von ihnen ist Maria Lopez Quiroga. Die 26-jährige Medizinstudentin aus Madrid hat sich am Donnerstag dem Protest vor dem Justizministerium in der Hauptstadt angeschlossen. Sie sagt: "Wir Frauen fühlen uns in Spanien nicht sicher." Mit uns sprach sie über die Hintergründe der Demonstrationen.

NEON: Das Gericht in Pamplona hat entschieden: Es war Missbrauch, keine Vergewaltigung. Dadurch fiel das Urteil deutlich milder aus. Hast du damit gerechnet?

Madrid

Protest in Madrid: Die Straßen sind voll

Maria Lopez Quiroga: Nein, weil es so viel Druck von außen gab. Aber das System ist kaputt: Laut Gesetz muss für eine Vergewaltigung Gewalt oder Einschüchterung vorliegen. Es reicht aber nicht, dass die Vagina durch Penetration verletzt wurde. Sie müssen dich würgen oder du musst dich wehren, damit es Gewalt ist. Für Einschüchterung müssen sie dir drohen oder eine Waffe haben - in die Ecke drängen reicht nicht. Das Opfer hat die Augen geschlossen und war wie gelähmt – was aus medizinsch-psychologischer Sicht ein ganz normaler Reflex bei Angriffen ist. Man schaltet in den Überlebensmodus. Es gibt Fälle von Frauen, die sich gewehrt haben, und die jetzt tot sind. Das bedeutet: Wenn ich mich nicht wehre, ist es keine Vergewaltigung, sondern Missbrauch. Wenn ich mich wehre, wäre es eine, aber sie töten mich vielleicht. Das ist etwas, was man auf vielen Plakaten lesen konnte, das macht wütend.

Wie nimmst du die Stimmung im Land wahr?

Es brodelt schon länger in der Gesellschaft und jetzt ist es einfach genug. Der Fall ist ein weiterer Katalysator. Beim Streik am 8. März war die Atmosphäre ähnlich, obwohl es ein bisschen fröhlicher war. Da ging es um Respekt und Frauenrechte. Jetzt ging es ganz konkret darum, dieser Frau, die Opfer geworden ist, zu sagen: Wir stehen an deiner Seite, wir glauben dir. Was mir besonders das Herz bricht, ist diese Vorstellung, dass sich fast jede von uns schon mal in einer ähnlichen Situation befunden hat – nicht in diesem schlimmen Ausmaß vielleicht. Aber wenn man zum Beispiel alleine nach Hause läuft und sich einfach nicht sicher fühlt. Deshalb hat die Bewegung so viel Kraft, weil jeder sich damit identifizieren kann. Es passiert dauernd, jeder weiß das.

Madrid

Ganz Spanien ist schockiert von dem Missbrauchs-Fall

Glaubst du, dass die Proteste etwas bewirken können?

Ich möchte daran glauben, das sich etwas ändert. Das Schöne ist, dass man nach den Protesten das Gefühl hat, dass man nicht alleine ist. Die Richter waren alle ältere Männer, die teilweise Fragen gestellt haben, die dem Opfer die Schuld gegeben haben. So viele Menschen sind die patriarchalen Strukturen leid. Nicht nur junge Frauen, auch Omis, Mütter mit Kindern und Männer gehen auf die Straße. Das ist sehr tröstlich. Es soll Berufung gegen das Urteil eingelegt werden. Aber wenn es so bleibt, wird es definitiv noch mehr Protest geben, damit noch mehr Druck auf die Gesetzgeber ausgeübt werden kann. Die Definition von Vergewaltigung muss gesetzlich geändert werden.


Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.