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Polizeieinsatz am Flughafen: Eskalierter Streit: Wenn ein Flugzeug wegen eines Furzes plötzlich notlanden muss

Ein Flugzeug der niederländischen Airline Transavia musste in Wien notlanden. Der Grund ist völlig absurd: ein eskalierter Streit wegen eines Passagiers, der offenbar unter Blähungen litt. 

Eine Maschine der Airline Transavia. So eine musste in Wien notlanden.

Das ist nun wirklich kurios: In Wien musste am vergangenen Sonntag eine Maschine notlanden, weil ein Streit wegen eines furzenden Passagiers an Board eskalierte (Symbolbild)

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Auch mehr als eine Woche später ist die Jurastudentin aus Rotterdam noch völlig außer sich: "Wir sind am vergangenen Sonntag bei unserem Flug von Dubai nach Amsterdam in Wien völlig zu unrecht rausgeschmissen worden", sagte die Niederländerin mit marokkanischen Wurzeln Nora Lachhab der Zeitung "De Telegraaf". "Es ist eine schockierende Erfahrung. Wir haben nun einen Anwalt eingeschaltet." 

Was war passiert? Ihre Schwester und sie flogen nach ihrem einwöchigen Urlaub in Dubai mit der niederländischen Billigairline Transavia wieder nach Hause. Eine Sitzreihe vor ihnen saß ein älterer Herr im Flugzeug, der wiederholt und laut hörbar furzte. Das störte nicht nur die beiden, sondern auch zwei Männer, die in unmittelbarer Nähe dieses Mannes saßen.

Dann stinkt es dem Piloten – Notlandung in Wien

Darüber beschwerten sie sich auch lautstark, weshalb die Flugbegleiter eingriffen. Allerdings ermahnten sie nicht den Mann mit den Flatulenzen, sondern sprachen den beiden Niederländern im Namen des Kapitäns eine Warnung aus. Anschließend eskalierte die Situation völlig: Die Jungs seien laut und aggressiv gewesen, so die Airline. Deshalb entschloss sich der Pilot, die Maschine in Wien notzulanden.

Dort wartete bereits die Polizei mit Hunden auf die zwei Unruhestifter und nahm gleich auch noch die beiden Frauen fest. Der furzende Herr durfte dagegen weiterfliegen. "Wir kennen die Jungs gar nicht", sagte Lachhab "De Telegraaf". "Wir saßen nur zufällig mit ihnen in einer Reihe. Denken sie, dass alle Marokkaner Probleme verursachen?"

Die Studentin bestreitet die Vorwürfe mit Nachdruck. Weder ihre Schwester noch sie seien aggressiv gewesen. "Wir hatten mit der ganzen Störung nichts zu tun. Die Haltung der Flugbegleiter von Transavia war von Anfang an falsch. Sie haben diese Konfrontation doch selbst provoziert", so die junge Frau.

"Unsere Crew muss für Sicherheit sorgen"

Ein Sprecher des Unternehmens wies jegliche Anschuldigungen im Gespräch mit "De Telegraaf" zurück: "Das ist völlig inakzeptabel", sagte er. "Unsere Crew muss für Sicherheit sorgen." Und wenn Passagiere ein Sicherheitsrisiko darstellten, seien die Angestellten dafür ausgebildet worden, einzugreifen.

Die Fluggesellschaft verhängte außerdem ein Reiseverbot für die vier. In Zukunft dürfen sie erst einmal nicht mehr mit der Airline fliegen. Zudem werde man prüfen, ob man die Kosten des Zwischenstopps in Wien zurückfordern werde. "Wir haben eine dementsprechende Erklärung abgegeben", sagte ein Sprecher. Man sei aber auch offen für Gespräche. Schließlich gebe "es immer zwei Seiten bei einer solchen Geschichte".

Ein anderer Passagier entkräftete dagegen die Vorwürfe von Transavia. Zwar sei es laut seinen Schilderungen zu einer Diskussion gekommen. Von Drohungen habe er aber nichts mitbekommen. Am Ende bleibt es vor allem eines: ein Streit um ganz viel heiße Luft …

rpw