Der Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder, der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD), begrüßte die Auswahl der gestrichenen Sender als "kluge Umsetzung" des Reformstaatsvertrags für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Es stecke darin eine ehrliche Konsolidierung. "Diesen Mut möchte ich ausdrücklich würdigen."
Schweitzer erklärte, der klare Fokus auf Information, Nachrichten und Parlamentsberichterstattung auf der einen Seite und auf junge Menschen mit Kika, Funk und Neo auf der anderen Seite seien eine klare medienstrategische Ausrichtung von ARD und ZDF.
ARD und ZDF berieten in den vergangenen Monaten intensiv, welche Sender aufgegeben und welche erhalten bleiben sollen. Mit der Reduzierung des Angebots soll der öffentlich-rechtliche Rundfunk Kosten senken - in den vergangenen Jahren wuchs der Druck auf die Sender erheblich, ihre Ausgaben zu reduzieren.
Wie ARD und ZDF mitteilten, werden die drei bislang nutzungsstärksten Angebote in den Bereichen Information, Bildung, Dokumentation und junge Erwachsene fortgeführt und bilden die Basis für die Zusammenarbeit. Die Markennamen seien künftig Phoenix, Neo und Info, jeweils mit dem Zusatz "von ARD und ZDF".
Auch die Sender 3sat und Funk werden nach der Neustrukturierung ab 2027 weiter fortbestehen. Arte bleibt demnach als deutsch-französischer Kulturkanal bestehen. Bei 3sat, Neo und dem Dokumentationskanal Info liegt die Federführung beim ZDF, bei Kika, Funk und Phoenix bei der ARD. In den kommenden Monaten sollen gemeinsame Arbeitsgruppen von ARD und ZDF die weitere Ausgestaltung der zentralen Rahmenbedingungen entwickeln.
ZDF-Intendant Norbert Himmler erklärte, die Reform sei in einer "sehr konstruktiven und zukunftsorientierten Atmosphäre" beschlossen worden. Der ARD-Vorsitzende Forian Hager erklärte, digitale Angebote wie Funk oder auch Kika zeigten, was ARD und ZDF schaffen könnten, wenn sie vor allem im Digitalen spezifische Zielgruppen ansprächen.