Chrupalla wies Vorwürfe gegen sich zurück. Er erklärte im Internetdienst X, die Frau Kuhnerts koordiniere in seinem Wahlkreis "seit 2017 Bürgeranfragen und Besucherfahrten in den Deutschen Bundestag" und fügte an: "Ihr Ehemann wurde erst 2019 in ein Landtagsmandat gewählt." Er selbst sei mit seiner Mitarbeiterin weder verwandt noch bestünden Überkreuzbeschäftigungen im Büro Kuhnerts.
Der MDR wies in seinem Bericht allerdings darauf hin, dass Chrupalla mit Kuhnert auch bereits vor dessen Einzug in den Landtag eng zusammengearbeitet habe. Dieser sei mindestens seit 2016 Sprecher von Chrupallas AfD-Kreisverband Görlitz gewesen und habe sich auch 2017 in Chrupallas Wahlkampf-Team zur Bundestagswahl 2017 engagiert. Zudem teile sich Chrupalla seine Bürgerbüros in Weißwasser und Niesky mit Kuhnert. Dies seien genau jene Büros, in denen Kuhnerts Frau von Chrupalla angestellt sei.
Der Sender erinnerte auch daran, dass Chrupalla erst am Sonntag in der ARD-Sendung "Caren Miosga" Jobs für Angehörige von anderen AfD-Mitgliedern kritisiert und von einem "Geschmäckle" gesprochen hatte. Dabei ging es um mehrere Fälle von Überkreuzanstellungen vor allem durch AfD-Abgeordnete aus Sachsen-Anhalt, bei denen teils wechselseitig Familienmitglieder anderer Abgeordneter eingestellt worden waren.