Am Tattag soll der Mann demnach Vergewaltigungsfantasien gehegt und nach einem möglichen Opfer Ausschau gehalten haben. Dazu habe er ein Messer und Handschellen mitgenommen. Vermutlich an einer Bushaltestelle soll er am Morgen des 26. Septembers 1994 die 24-jährige Amy Lopez angesprochen haben, die die Festung besichtigen wollte.
Der damals 49 Jahre alte Verdächtige soll die Touristin unter falschem Vorwand in einen abgelegenen Raum der Festung gelotst haben. Dort habe er sie gefesselt, entkleidet und sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen. Anschließend soll er sie mit mehreren Messerstichen getötet, mit einem Stein auf sie eingeschlagen und gewürgt haben.
Danach sei er geflüchtet und habe die Tatwaffe und die Handschellen in den Rhein geworfen. Spielende Kinder hatten die weitgehend nackte Leiche schließlich gefunden.
Im Februar verkündeten die Ermittler die Festnahme des heute 81-Jährigen aus dem Raum Koblenz. Auf seine Spur kamen sie durch eine DNA-Untersuchung. Bei einer Untersuchung der Kleidung des Opfers wurde eine minimale Spur gefunden, die einen Abgleich erlaubte.
Durch die moderneren Methoden sei es gelungen, eine DNA-Spur auf der Innenseite der Jeans des Opfers zu finden und diese einem möglichen Täter zuzuordnen, erklärten die Behörden. Die Spur stimme mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit der DNA des festgenommenen Tatverdächtigen überein.
Der Tatverdacht gegen den heute 81-Jährigen habe sich seitdem weiter verdichtet. Er habe die Tat pauschal gestanden. Beim Ablauf der Tötung habe er sich aber auf Erinnerungslücken berufen. Einem vorläufigen forensisch-psychiatrischen Gutachten zufolge sei der heute 81-Jährige bei der Tat voll schuldfähig gewesen.
Er befindet sich in Untersuchungshaft. Über die Eröffnung eines Hauptverfahrens muss das Landgericht Koblenz entscheiden.