Nur Wochen nachdem ihr Mann die belgischen Parlamentswahlen 2024 gewonnen hatte, fand Hegge sich wegen ihrer Essstörung, die sie fast das Leben gekostet hätte, im Krankenhaus wieder. Es folgten Monate der Vollzeittherapie.
"Es ist so wichtig, sich frühzeitig behandeln zu lassen, wenn man krank ist", um zu vermeiden, dass "es noch schlimmer wird", betonte Hegge. Das gehe aber nur "mit der Hilfe von den Menschen um Dich herum".
Hegge ist seit 30 Jahren mit De Wever liiert, die beiden haben vier inzwischen erwachsene Kinder. In "Le Poids de Silence" (Die Last des Schweigens) schreibt sie von ihrer Angst, ihr Mann könne "enttäuscht" von ihr sein und von der Angst, ihn danach zu fragen. Zuhause sei um das Thema ihrer Krankheit nur "herumgeschlichen" worden, sagte sie. Offen spricht sie über ihre Einsamkeit und Schuldgefühle. Ihr Mann sei ihr "hilflos" vorgekommen.
Die 53-Jährige thematisiert in ihrem Buch auch sexuellen Missbrauch, den sie im Alter von fünf Jahren durch einen älteren Jungen über einen längeren Zeitraum erfahren hat. Ein Trauma, das sie bis vor ein paar Jahren unterdrückt hielt. "Als ich diese Wahrheit akzeptierte, brachen alle Dämme", schreibt sie. 18 Monate später wurde sie erstmals wegen einer fortgeschrittenen Essstörung in der Klinik behandelt.