Laut den Ermittlungen lockte sie Fabian unter einem Vorwand aus der Wohnung der Mutter und brachte ihn zu einem Tümpel auf einem Feld rund 15 Kilometer südlich der Stadt. Dort soll sie das Kind mit mindestens sechs Messerstichen im Bereich des Oberkörpers getötet haben. Um die Spuren der Tat in der Nähe des Dorfes Klein Upahl zu beseitigen, soll sie den Leichnam später mittels Brandbeschleuniger angezündet haben.
Zu einem konkreten Motiv äußerte sich die Staatsanwaltschaft nicht. Nach Angaben der Ermittler handelt es sich um die Frau, die vier Tage nach dem Verschwinden Fabians angab, den Jungen während eines Spaziergangs mit ihrem Hund gefunden zu haben. Kurz zuvor hatte sie mehreren Medien gegenüber ihre Unschuld beteuert. Anfang November wurde die Tatverdächtige festgenommen. Sie sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Laut Staatsanwaltschaft plante und beging sie die Tat allein. Medienberichten zufolge war sie längere Zeit mit Fabians Vater liiert und kannte den Jungen gut. Wie ihr Verteidiger Andreas Ohm der Nachrichtenagentur AFP am Montag sagte, ließ sie sich zu den Vorwürfen bislang nicht ein. Er hatte im Herbst erfolglos versucht, die 29-Jährige über einen Haftprüfungstermin aus der Untersuchungshaft zu bekommen.
Fabian war allein zu Hause, als er am 10. Oktober 2025 aus der Wohnung der Mutter verschwand. Vier Tage lang wurde nach ihm in und um Güstrow gesucht. Unter anderem deutete die Suche mit Leichenhunden an, dass er sich im Schilf des Güstrower Inselsees befinden könnte. Gefunden wurde er dann allerdings 15 Kilometer südlich der Stadt.
Sollte das Gericht die Anklage zulassen, wird der Prozess am Landgericht Rostock geführt. Er müsste spätestens Anfang Mai beginnen, also ein halbes Jahr nach dem Beginn der Inhaftierung der Beschuldigten am 7. November.
Fabians Mutter will nach Angaben ihrer Anwältin Christine Habetha als Nebenklägerin am Prozess teilnehmen, "um den Kind ein Gesicht zu geben". Habetha rechnet mit einer Verurteilung der 29-Jährigen. Die Beweislage sei "erdrückend", sagte sie AFP.