In Nepal reparieren "Eisfall-Ärzte" die Routen zum Gipfel des Mount Everest

Mount Everest
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Am Mount Everest in Nepal haben Bergführer damit begonnen, den Weg zum höchsten Gipfel der Welt wieder sicher begehbar zu machen. Die "Eisfall-Ärzte" reparieren pünktlich zum Beginn der Frühjahrs-Saison Seile, bessern Leitern aus und suche neue Wege durch Eisfälle.

"Unser achtköpfiges Team hat das Basislager erreicht und mit der Arbeit begonnen", sagte Lama Kazi Sherpa der Nachrichtenagentur AFP. Er ist Vorsitzender des Sagarmatha Pollution Control Committee, das sich um die Sauberkeit in der Region kümmert, aber auch für die Festlegung der Routen zuständig ist. Zunächst wolle die Gruppe im Basislager aber eine traditionelle Zeremonie ausführen, um göttlichen Segen zu erbitten, führte er aus. 

Um mit der zunehmenden Umweltverschmutzung durch Bergsteiger aus aller Welt fertig zu werden, müssen Kletterer künftig mindestens zwei Kilo Abfall ins Lager 2 zurückbringen. In dem Camp verbringen Kletterer oft mehrere Tage, um sich an die Höhenluft zu gewöhnen. Für die Kletterer ist die Verwendung von "Kotbeuteln" jetzt Pflicht.

Darüber hinaus wird die Besteigung ab dem Frühjahr teurer. Die Gebühren dafür steigen von 11.000 Dollar (rund 9500 Euro) auf 15.000 Dollar (rund 13.000 Euro). 

Dass die höheren Preise Kletterer abschrecken, erwarten Expeditionsveranstalter in der Hauptstadt Kathmandu nicht. Sie bereiten sich gerade auf die Frühjahrs-Saison vor. Dennoch könne es sein, dass der Iran-Krieg zu einigen Flugstreichungen führt, sagte  der Präsident der NGO Expedition Operators Association, Dambar Parajuli.

In Nepal liegen acht der zehn höchsten Gipfel der Erde. Ein wahrer Kletterboom hat das Bergsteigen in den vergangenen Jahrzehnten zum lukrativen Geschäft gemacht. Nach Angaben der nepalesischen Tourismusbehörde haben 2025 rund 800 Menschen den Gipfel des Mount Everest bestiegen.

AFP