Jemen: Von Saudi-Arabien unterstütztes Militärbündnis erobert ölreiche Region zurück

Bewaffnete Kämpfer im Jemen
Bewaffnete Kämpfer im Jemen
© AFP
Im Jemen hat ein von Saudi-Arabien unterstütztes Militärbündnis nach jemenitischen Angaben die ölreiche Region Hadramaut zurückerobert. Die von Riad unterstützten Kräfte hätten bei dem am Freitag gestarteten Einsatz einen "Rekord-Erfolg" gegen die von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützte STC-Miliz erzielt, erklärte der Vorsitzende des jemenitischen Präsidialrates, Raschad al-Alimi, am Samstag. Das Militärbündnis habe "alle Militär- und Sicherheitsstellungen in der Provinz" an der Grenze zu Saudi-Arabien zurückerobert.

Zwei Militärvertreter der Regierung hatten zuvor der Nachrichtenagentur AFP mitgeteilt, dass auch die angrenzende Region Mahra und deren Streitkräfte sich widerstandslos auf die Seite der von Saudi-Arabien unterstützten Streitkräfte gestellt hätten. Demnach hatten sich die Streitkräfte dem Südlichen Übergangsrat (STC) während dessen jüngster Offensive angeschlossen.

Traditionell sind Saudi-Arabien und die Emirate enge Verbündete. Beide Staaten unterstützen aber auch seit langem rivalisierende Fraktionen in der zerstrittenen jemenitischen Regierung. 

Der von den Emiraten unterstützte STC gehört zwar formal der international anerkannten Regierung des Jemen mit Sitz in Aden an, streitet aber seit Jahrzehnten für einen unabhängigen Staat im Südjemen, wie er bereits von 1967 bis 1990 bestand. Im Dezember hatte die Miliz in einer Blitzoffensive, in der sie auf wenig Widerstand stieß, große Teile der ölreichen und an Saudi-Arabien angrenzenden Provinz Hadramaut sowie auch Teile der benachbarten Provinz Mahra an der Grenze zum Oman unter ihre Kontrolle gebracht. 

Infolge der Offensive der STC-Miliz waren die Emirate und Saudi-Arabien, die sich im Jemen auch im Kampf gegen die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz zusammengeschlossen haben, in beispielloser Weise miteinander in Konflikt geraten. Riad hatte den Emiraten vorgeworfen, den STC zu der Offensive an der Südgrenze Saudi-Arabiens gedrängt zu haben. Die Emirate dementierten, hinter der STC-Offensive zu stecken.

Für den Truppenabzug aus dem Jemen hatte Riad den Emiraten eine 24-Stunden-Frist gesetzt. Zuvor hatte das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis mutmaßliche emiratische Waffenlieferungen bombardiert.

Am Freitag wurden bei von der saudiarabisch geführten Militärkoalition ausgeführten Luftangriffen gegen den STC in Al-Chascha 20 Kämpfer getötet. Am Samstag teilte ein Militärbeamter des STC der AFP mit, dass saudische Kampfflugzeuge "intensive" Luftangriffe auf einen weiteren STC-Stützpunkt in Barschid westlich von Mukalla geflogen hätten. Zur Zahl der Getöteten machte er zunächst keine Angaben.

Zuvor hatte ein Militärvertreter der Regierung in der Stadt 160 Kilometer nordwestlich von Mukalla gelegenen Stadt Seijun mitgeteilt, dass von Saudi-Arabien unterstützte Kräfte die Kontrolle über den Flughafen sowie über Verwaltungsgebäude übernommen hätten. 

Angesichts von Bestrebungen für eine Abspaltung des Südjemen hat Saudi-Arabien die dortigen Kräfte zu einer Konferenz in Riad eingeladen. Das Außenministerium drang am Samstag in einer in Online-Netzwerken veröffentlichten Erklärung auf einen "Dialog" und eine "umfassende Konferenz in Riad, um alle südlichen Gruppierungen zusammenzubringen, um die richtigen Lösungen für die Sache des Südens zu diskutieren". 

AFP

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