"Wir haben damals sehr stark auf die älteren Menschen, die vulnerablen Gruppen geschaut und dabei sehr häufig vergessen hinzuschauen, wie es gerade Kindern und Jugendlichen geht", sagte Klöckner. "Viel zu oft wurden Kinder und Jugendliche übersehen."
Die Enquete-Kommission des Bundestags hat sich zur Aufgabe gesetzt, politische Entscheidungen in der Corona-Pandemie zu überprüfen, mögliche Fehler zu benennen und Lehren für die Zukunft zu ziehen. Zu der Veranstaltung am Montag hatte die Kommission junge Leute zwischen zwölf und 25 Jahren eingeladen. Sie fand unter Ausschluss von Medien und Öffentlichkeit statt, um eine offene Gesprächsatmosphäre zu ermöglichen.
Klöckner sagte am Rande der Veranstaltung, dass viele Kinder und Jugendliche die Pandemie als "Ausnahmesituation" erlebt hätten. Schulen und Spielplätze seien geschlossen worden, junge Leute seien sozial isoliert gewesen. "Neugier und auch Erleben wurden gebremst", sagte sie. "Es war am Ende unnatürlich, Entwicklungen wurden beeinträchtigt." Viele Kinder und Jugendliche hätten die Lockdown-Zeit "als Enge erlebt, als Verlust von Freiheit, als Gefühl, außen vor zu sein".