Die Polizei suchte Behördenangaben zufolge mit 150 Beamten und zwei gepanzerten Fahrzeugen nach dos Santos. Er sei im Zuge einer "heftigen bewaffneten Auseinandersetzung" getötet worden, sagte Menezes Nogueira bei einer Pressekonferenz. Der 55-jährige dos Santos sei eine Schlüsselfigur der mächtigsten Drogenbande von Rio, das Comando Vermelho (Rote Kommando), gewesen. Gegen den Mann hätten mindestens acht offene Haftbefehle wegen Entführung, Drogenhandels und Mordes vorgelegen. Dos Santos sei ein "skrupelloser und blutrünstiger Drogenhändler" gewesen, sagte Menezes Nogueira.
Der Bewohner der als Favelas bezeichneten Armenviertel wurde Menezes Nogueira zufolge getötet, als die Geiselnehmer während Verhandlungen zur Freilassung der Gefangenen das Feuer auf die Polizei eröffnet hätten. Bei dem Einsatz seien 116 Menschen festgenommen und 21 Waffen beschlagnahmt worden, teilte die Polizei mit. Außerdem seien 105 Kilo Kokain und 600 Kilo Marihuana gefunden worden.
Als Reaktion auf den Polizeieinsatz verursachten Bandenmitglieder des Comando Vermelho mit Straßenblockaden ein Verkehrschaos im Zentrum von Rio, wie Menezes Nogueira mitteilte. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von einem in Brand gesteckten Bus auf einer Hauptverkehrsader im Zentrum der Stadt. "Sie stiegen ein, sagten mir, ich solle die Fahrgäste aussteigen lassen, und steckten den Bus in Brand", sagte der sichtlich mitgenommene Busfahrer Marcio Souza AFP. Die Situation sei "schrecklich" gewesen.
Die Polizei geht in den dicht besiedelten Favelas von Rio immer wieder mit großer Härte gegen kriminelle Banden vor. Im vergangenen Oktober waren beim blutigsten Polizeieinsatz in der brasilianischen Geschichte mindestens 117 mutmaßliche Kriminelle und vier Polizisten getötet worden. Menschenrechtsorganisationen verurteilten den Einsatz scharf. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sprach von einem "Massaker". Umfragen zeigten jedoch, dass die Mehrheit der Brasilianer den Einsatz billigte.