Das US-Unternehmen weigert sich bislang, seinen Chatbot Claude für die Massenüberwachung von US-Bürgern oder in vollautonomen Waffensystemen einsetzen zu lassen.
Der Geschäftsführer von Anthropic, Dario Amodei, traf am Dienstag den US-Verteidigungsminister Pete Hegseth persönlich im Pentagon. Dem Unternehmen zufolge brachte Amodei seine "Wertschätzung für die Arbeit des Ministeriums zum Ausdruck und dankte dem Minister für seinen Dienst". Anthropic erklärte, es habe "in gutem Glauben Gespräche über unsere Nutzungsrichtlinien geführt, um sicherzustellen, dass Anthropic die nationale Sicherheitsmission der Regierung weiterhin im Einklang mit dem unterstützen kann, was unsere Modelle zuverlässig und verantwortungsbewusst leisten können".
Nach dem Treffen mit Amodei gab das Pentagon das Ultimatum bekannt. Es drohte außerdem, Anthropic als Risiko für die Lieferkette einzustufen. Diese Bezeichnung ist üblicherweise Unternehmen aus mit den USA verfeindeten Staaten vorbehalten. Eine solche Einstufung könnte die Fähigkeit des Unternehmens, mit der US-Regierung zusammenzuarbeiten, sowie seinen Ruf schwer beschädigen.
Der hochrangige Pentagon-Vertreter wies Anthropics Bedenken gegen die militärische Nutzung seiner Technologie zurück. Das Pentagon habe stets im Rahmen des Gesetzes gehandelt, erklärte er.
Anthropic wurde 2021 von ehemaligen Mitarbeitern des KI-Unternehmens OpenAI gegründet. Während OpenAI mit seinem Chatbot ChatGPT der breiten Öffentlichkeit deutlich bekannter ist, zielt Anthropic mit Claude auf Programmierer und Unternehmen ab, denen unter anderem Datensicherheit wichtig ist.