Pete Hegseth achtet auf sein Aussehen – der selbst ernannte Kriegsminister der USA gibt sich in der Öffentlichkeit gern patriotisch und hypermaskulin. Da passt im wahrsten Sinne des Wortes ins Bild, dass der Politiker und sein Ministerium auch Pressefotos genau beobachten.
Die Aufnahmen der Fotografen von Nachrichtenagenturen und Medien gefallen dem Pentagon offenbar nicht immer: Laut eines Berichts der „Washington Post“ sind einigen Mitarbeitern unvorteilhafte Fotos ihres Chefs aufgefallen. Das Ministerium zieht daraus Konsequenzen. An einigen Pressekonferenzen durften Fotografen zuletzt nicht teilnehmen – und auch in Zukunft wird ihr Zugang drastisch eingeschränkt.
Nur noch ein Vertreter pro Medium zugelassen
Auslöser war laut zwei anonymen Quellen aus dem Pentagon die Berichterstattung nach einem Pressebriefing von Hegseth Anfang März, nach der Ermordung des iranischen Obersten Führers Chamenei. Einige Bilder von Hegseth, die anschließend veröffentlicht wurden, hätten Pentagon-Mitarbeitern nicht gefallen. Daraufhin wurden Fotografen von den beiden folgenden Pressebriefings ausgeschlossen.
In Zukunft darf an den Pressekonferenzen im Pentagon nur noch ein Vertreter jeder Nachrichtenagentur oder jedes Mediums teilnehmen. Einen schreibenden Reporter und einen Fotografen gleichzeitig zu schicken, ist also nicht mehr möglich. Pentagon-Sprecherin Kingsley Wilson begründete diesen Schritt mit Platzproblemen. Den Medien sollen offizielle Fotos vom Pentagon zur Verfügung gestellt werden.
Pentagon baut unter Pete Hegseth Pressekorps um
Seit Hegseth das Ministerium übernommen hat, erschwert das Pentagon unliebsamen Journalisten die Berichterstattung. Teil davon war auch eine Richtlinie, die Reportern untersagt, Informationen ohne Genehmigung des Ministeriums zu veröffentlichen. Weil Medien wie ABC, CBS, NBC, CNN, Fox News oder die „New York Times” sich geweigert hatten, diesen Regelkatalog zu unterschreiben, wurden sie von den Pressekonferenzen ausgeschlossen.
Die „New York Times” hat daraufhin Klage gegen das Pentagon eingereicht. Das Verfahren läuft noch. Im vergangenen Herbst hat das Ministerium ein neues Pressekorps vorgestellt: Es besteht zu einem großen Teil aus Journalisten von sogenannten „neuen Medien”, rechten Bloggern, Social-Media-Influencern sowie unabhängigen Reportern.
Quellen: „Washington Post”, „New York Times”, Nachrichtenagentur DPA