Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
bei US-Präsident Donald Trump überrascht mich fast nichts mehr. Gerade erscheinen Berichte in den USA darüber, dass er nach dem Absturz zweier amerikanischer Piloten über dem Iran seine Mitarbeiter „über Stunden“ angeschrien habe. Man habe ihn deshalb von weiteren Sitzungen ausgesperrt, berichtet das „Wall Street Journal“.
In den ersten 24 Stunden nach dem Crash der F‑15 sei Trump zwar über alle wichtigen Entwicklungen informiert worden, sei aber nicht im Situation Room gewesen. Laut dem Bericht, glaubten die Verantwortlichen, die Ungeduld des Präsidenten sei in der schwierigen Lage nicht hilfreich. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, kommentierte dazu: Trump sei ein verlässlicher Führer, den das Land brauche.
Aber Trump ist nicht der einzige, um den die Welt sich derzeit Sorgen machen sollte. Verteidigungsminister Pete Hegseth glaubte wohl, bei einem Gebet im Pentagon aus der Bibel zu zitieren – dabei handelt es sich um einen Spruch aus dem Film „Pulp Fiction“. Vizepräsident J. D. Vance hält Papst Leo öffentlich einen Vortrag über Theologie. Und über den FBI-Chef Kash Patel erscheinen verstörende Berichte über seine mentale Verfassung und seinen Alkoholkonsum.
Die Reporterin Sarah Fitzpatrick berichtet im Magazin „The Atlantic“ von Trinkgelagen in Washington, D.C. und Las Vegas. In einem Fall sei er so betrunken gewesen, dass man überlegt habe, seine verschlossene Tür von einem SWAT- und Geiselrettungs-Team aufbrechen zu lassen, als er nicht geantwortet habe. Er sei eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit, heiße es in Regierungskreisen. Der FBI-Chef hat die Berichte dementiert – und droht nun, ganz in Trump-Manier, das Magazin zu verklagen.
Trump glaubt, zuckerfreie Cola attackiere Krebszellen
Auffällig wurde auch Gregg Phillips, ein hoher Offizieller in der US-Katastrophenschutzbehörde Fema. Er glaubt, die Wahl 2020 sei Betrug gewesen, und sagte einmal, „die Bitch“ Biden solle sterben. Das ist für einen Trump-Offiziellen jetzt noch nicht überraschend. Aber, nun behauptet er, er sei unfreiwillig in ein Restaurant gebeamt worden. Ja, gebeamt, wie in Raumschiff Enterprise. Wie das passiert ist? Er weiß es nicht genau. Aber er ist sich sicher: „Beamen ist kein Spaß.“
Die „New York Times“ machte sich die Mühe und besuchte das Restaurant der Kette „Waffle House“ in Georgia, in das er angeblich gebeamt wurde. Dort habe sich niemand an einen paranormalen Reisenden erinnern können. Als sich die Zweifel an Phillips’ geistigem Zustand mehrten, ruderte er zurück. Er habe unter starken Medikamenten gestanden, so seine Erklärung. Selbst US-Präsident Trump war wohl kurz verwirrt. Er fragte auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social: „Was heißt beamen?“
Dann war da nochmal J. D. Vance, der erklärte, dass Außerirdische aus seiner Sicht einfach nur „Dämonen“ wären. Er habe keine Zeit gehabt, sich intensiver damit zu beschäftigen. Aber er sei sicher, dass diese Wesen „umherfliegen und seltsame Dinge mit Menschen machen.“ Matt Gaetz, den Trump gerne als seinen Generalstaatsanwalt gehabt hätte, verfügt wohl schon über mehr Wissen. Er sagt, er sei von der Regierung über ein Programm zur Aufzucht außerirdisch-menschlicher Mischwesen informiert worden.
Bei all dem Wahnsinn klingt es schon fast normal, wenn es heißt, Donald Trump glaube, zuckerfreie Cola sei gesund. Das enthüllt Mehmet Oz, der Gesundheits-Guru der Trump-Regierung, in einem Podcast. Demnach glaube Trump, das Getränk sei gut für ihn, „weil es Gras töte, wenn man es darüber gießt, also müsse es auch Krebszellen töten.“ Das klingt schlagend logisch.
Und dann ist da auch noch Gesundheitsminister Robert F. Kennedy. Der soll den Penis eines überfahrenen Waschbären abgeschnitten, eingesammelt und für spätere Untersuchungen mit nach Hause genommen haben. Ich bin sehr gespannt, was die neue Woche bringt.
Beim Sport am besten auf die innere Uhr hören
Es ist ein ewiger Streit unter Sportlerinnen und Sportlern: Wann ist die beste Tageszeit, um körperlich aktiv zu sein? Einige schwören auf den Morgen, am besten gleich nach dem Aufstehen. Für andere ist das undenkbar, sie bewegen sich lieber abends.
Die Schlafforschung beweist eindeutig: Wer seiner inneren Taktung folgen kann, hat nicht nur ein angenehmeres Leben, sondern auch ein gesünderes. Das gilt auch für den Sport. Der Biorhythmus entscheidet, wie intensiv körperliche Aktivität auf Blutdruck, Blutzucker und Fettstoffwechsel wirkt.
5-Minuten-Talk: Streit über die Kosten der Steuerreform
Es ist ein großes schwarz-rotes Versprechen: Zum 1.1.2027 soll eine Steuerreform greifen, die einen Großteil der Deutschen entlastet – möglichst um mehrere hundert Euro pro Jahr. Das Problem ist nur, dass das teuer wird und der Koalition das Geld fehlt. Für die Finanzierung dürfte es deshalb vor allem Spitzenverdiener und Reiche treffen. Nur wie sehr?
Geht es nach der SPD, soll kräftig zugelangt werden. Die Union will es sich mit den Gutverdienern nicht verscherzen. Ein Ausweg aus dem Konflikt ist noch nicht zu sehen. Dafür kursieren hinter den Kulissen erste Modellrechnungen, wer wie viel belastet werden könnte. Die stern-Politikchefs Jan Rosenkranz und Veit Medick diskutieren den schwarz-roten Steuerstreit.
Weitere Schlagzeilen im Überblick
Das passiert am Montag, dem 20. April 2026
- Amnesty International stellt ihren Jahresbericht zur Lage der Menschenrechte weltweit vor
- Bundeskanzler Merz trifft Brasiliens Präsident Lula zu Beratungen über den Ausbau der Beziehungen der beiden Länder
- Die Hannover-Messe, die weltgrößte Industriemesse, wird eröffnet
Unsere stern+-Empfehlung des Tages
Arbeitgeberanwälte kommen zum Einsatz, wenn ein Angestellter entlassen werden soll. In Deutschland hat der Kündigungsschutz den Ruf, sehr stark zu sein. Trotzdem gilt: Sie werden jeden los. Hier verrät eine solche Anwältin, wie sie Kündigungen forciert und Abfindungen verhindert – und wie sich Arbeitnehmer vor ihr schützen können.
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Alexandra Kraft