Philippinen: Tausende demonstrieren gegen Korruption beim Hochwasserschutz

Proteste in Manila
Proteste in Manila
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In der philippinischen Hauptstadt Manila haben am Sonntag tausende Menschen gegen Korruption im Zusammenhang mit Hochwasserschutz-Projekten demonstriert, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Proteste richteten sich gegen einen Korruptionsskandal, in dem es um mehrere Milliarden Dollar geht und in den zahlreiche hochrangige Politiker und Bauunternehmer verwickelt sind. In dem südostasiatischen Land waren in den vergangenen Monaten ganze Dörfer von Hochwasser überschwemmt worden.

Vor wenigen Tagen waren die ersten Festnahmen im Zusammenhang mit dem Skandal bekanntgegeben worden: acht Mitarbeiter des Ministeriums für öffentliche Arbeiten und Straßenbau. Die Regierung kündigte daraufhin an: "Bald kommen große Fische." 

Mervin Toquero vom Nationalen Kirchenrat der Philippinen sagte, er glaube nicht, dass lediglich niedrigrangige Beamte in den Betrug verwickelt waren. "Es ist unmöglich, dass diese Korruption ohne das Wissen der höheren Beamten stattgefunden hat", sagte der 54-jährige. Auch sie müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Philippinen blicken auf eine lange Geschichte von Skandalen im Zusammenhang mit öffentlichen Geldern zurück. Hochrangige Politiker, die der Korruption für schuldig befunden wurden, entgehen in der Regel einer Haftstrafe.

AFP

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