Susan Sarandon
Sie spricht über ihr Hollywood-Ausschluss

Susan Sarandon wird bei den Goya-Awards für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.
Susan Sarandon wird bei den Goya-Awards für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.
© imago images/Europa Press/David Zorrakino
Oscar-Preisträgerin Susan Sarandon hat bei den Goya-Awards in Barcelona offen über die Folgen ihres politischen Engagements gesprochen.

Oscar-Preisträgerin Susan Sarandon (79) hat am Rande der Goya-Awards in Barcelona offen über die beruflichen Konsequenzen gesprochen, die sie aufgrund ihrer pro-palästinensischen Haltung erfahren hat. Auf einer Pressekonferenz am Freitag berichtete die Schauspielerin laut "Variety", dass sie seit ihren öffentlichen Forderungen nach einem Waffenstillstand im Gazastreifen de facto von der US-Filmindustrie ausgeschlossen wurde.

Susan Sarandon wurde von ihrer Agentur gefeuert

Sarandon, die für Filme wie "Dead Man Walking" (1995) und "Thelma & Louise" (1991) weltberühmt wurde, erklärte, dass sie seit Ende 2023 keine Angebote für größere Film- oder Fernsehproduktionen in den USA mehr erhalten habe.

"Ich wurde von meiner Agentur gefeuert, speziell weil ich auf die Straße gegangen bin und mich für Gaza und einen Waffenstillstand ausgesprochen habe", sagte Sarandon. "Es wurde für mich unmöglich, auch nur im Fernsehen aufzutreten."

Ihre ehemalige Künstleragentur UTA hatte im November 2023 die Zusammenarbeit mit der Schauspielerin beendet. Auslöser waren Kommentare auf einer Kundgebung in New York, für die sich Sarandon später entschuldigte, da sie missverständlich formuliert gewesen seien. Dennoch blieb die berufliche Blockade in Hollywood bestehen.

Neue Karrierechancen

Trotz der Repressionen in ihrer Heimat zeigt sich die Schauspielerin kämpferisch. Sie berichtete, dass sie nun verstärkt in Europa arbeitet, wo die politische Atmosphäre teilweise offener sei. Inzwischen habe sie neue Agenturen in Italien und Großbritannien und fokussiere sich auf Independent-Filme.

Sarandon schloss vor Kurzem die Dreharbeiten zu einem Film in Italien ab. Sie verriet, dass der Regisseur explizit davor gewarnt wurde, sie zu besetzen, er sich jedoch über diese Warnung hinwegsetzte. In London stand sie für mehrere Monate im renommierten Old Vic Theater auf der Bühne.

Sarandon lobte - den Tränen nahe - zudem das politische Klima in Spanien und die Haltung der spanischen Regierung sowie Kollegen wie Javier Bardem, die sich ebenfalls kritisch zur Lage im Nahen Osten äußern.

Ehrung für das Lebenswerk

In Barcelona wird Susan Sarandon am Samstagabend mit dem International Goya Award für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Die spanische Filmakademie würdigt damit nicht nur ihre schauspielerischen Leistungen, sondern auch ihren langjährigen Einsatz für die soziale Gerechtigkeit.

Die Schauspielerin betonte abschließend, dass sie ihren Aktivismus nicht bereue. In einer Zeit der Zensur sei es wichtiger denn je, seine Stimme für die Menschlichkeit und gegen das Töten von Unschuldigen zu erheben.

SpotOnNews

PRODUKTE & TIPPS

Mehr zum Thema