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Kinocharts Backpfeifenkino führt


Die tragische "Tammy" verteidigt den Kinothron. Keine Ahnung, was sie da eigentlich will. Freuen wir uns stattdessen lieber über den glorreichen Einzug von "Rico, Oskar und die Tieferschatten".
Von Sophie Albers Ben Chamo und Nicky Wong

Platz 1 (1) "Tammy - Voll abgefahren"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Melissa McCarthy ("Brautalarm"), Susan Sarandon ("Thelma & Louise"), Kathy Bates ("Misery"), Dan Aykroyd ("Ghostbusters"), Toni Collette ("Little Miss Sunshine")

Die Geschichte in einem Satz:

Tammy wird betrogen, fährt ihr Auto zu Schrott, verliert ihren Job und sucht Trost bei ihrer alkoholkranken Großmutter, und die will unbedingt zu den Niagarafällen.

Geschwister im Kinoversum:

"Voll abgezockt" und "Taffe Mädels"

Warum Sie den Film nicht sehen sollten:

Im vergangenen Jahr gab es eine großartige, witzige Polizei-Komödie mit Melissa McCarthy und Sandra Bullocks namens "Taffe Mädels", in der McCarthy als extrem prolliger Supercop brillierte. "Tammy" hat es nur mit dem "prollig" versucht und scheitert gewaltig. Da hilft nicht mal Susan Sarandon.

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Platz 2 (-) "Rico, Oskar und die Tieferschatten"

Wen Sie kennen könnten: die Darstellerinnen Anke Engelke ("Der Wixxer") und Karoline Herfurth ("Der Vorleser") und den Autor Andreas Steinhöfel ("Dirk und ich")

Die Geschichte in einem Satz:

Der tiefbegabte Rico und der hochbegabte Oskar werden Freunde, dann verschwindet Oskar, und Rico muss herausfinden, wer der berüchtigte Mister 2000 ist.

Geschwister im Kinoversum:

"The Son of Rambow"

Warum Sie den Film sehen müssen:

Weil es ein Kinderfilm ist, der so schlau und liebevoll zugleich ist, dass er auch Erwachsene glücklich macht. Weil Autor Andreas Steinhöfel die aktuelle Erziehungshysterie einfach nur genial aufs Korn nimmt. Und weil Karoline Herfurth mal so richtig ihre Berliner Schnauze rauslassen darf.

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Platz 3 (2) "Das Schicksal ist ein mieser Verräter"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Shailene Woodley ("The Descendants"), Laura Dern ("Jurassic Park") und Willem Dafoe ("Spider-Man")

Die Geschichte in einem Satz:

Die 16-jährige Hazel leidet an Schilddrüsenkrebs ohne Aussicht auf Heilung, muss deshalb zu einer Selbsthilfegruppe, wo sie gar nicht hin will, wo sie aber einen ebenfalls schwerkranken Jungen kennenlernt, mit dem sie sich ihren größten Wunsch erfüllen möchte.

Geschwister im Kinoversum:

"Love Story"; "Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt"

Warum Sie den Film sehen müssen:

Weil er ganz großes Kino ist, das in der perfekten Balance zwischen Sentimentalität und Härte vom Sterben im jungen Alter erzählt. Weil er Sie alle Existenz-, Verlust- und Trennungsängste in großem Schwung rausheulen lässt und Sie trotzdem immer wieder mit Lachern tröstet. Und glauben Sie mir, Sie werden in Ihrer Pfütze nicht allein sitzen!

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Platz 4 (3) "Maleficent - Die Dunkle Fee"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Angelina Jolie ("Mr. & Mrs. Smith"), Elle Fanning ("Super 8") und Sharlto Copley ("Elysium")

Die Geschichte in einem Satz:

Als Fee Malefiz von einer Armee angegriffen wird, verteidigt sie ihre Heimat, wird zur Hexe und belegt die Tochter des neuen Königs mit einem Fluch, doch dann verbringt sie zu viel Zeit mit dem Mädchen.

Geschwister im Kinoversum:

"Pans Labyrinth"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil er zeigt, dass Sequels auch wunderbar sein können, wenn sie nur mutig genug sind. Diese extrem-gepimpte Komplettüberarbeitung von "Dornröschen" ist nämlich eine schlaue, spannende Neuerfindung. Warum ist Maleficent eigentlich so sauer, lautet die Frage. Angelina Jolies Auftritt als gehörnte Schönheit ist einfach nur ein Fest - wobei ihre neuen spitzen Wangenknochen noch der geringste Showeffekt sind. Bevor Sie jetzt allerdings ihre Kinder unter den Arm klemmen und ins Kino rennen: "Maleficents" brutale Düsternis hinterlässt tiefen Eindruck. Sagen wir mal im Gruselfaktor ist der Film vergleichbar mit dem Ende der "Harry Potter"-Saga. Das könnte Ihren Kindern und somit Ihnen womöglich schlaflose Nächte bereiten.

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Platz 5 (4) "TinkerBell und die Piratenfee"

Wen Sie kennen könnten: die Stimmen von Yvonne Catterfeld ("Keinohrhasen") und Christian Tramitz ("Der Schuh des Manitu")

Die Geschichte in einem Satz:

Die Fee Zarina stiehlt den Feenstaub aus dem Tal der Fabelwesen und tut sich mit dem Piraten James zusammen, doch Tinkerbell ist auf den Staub angewiesen und muss ihn schleunigst zurückholen.

Geschwister im Kinoversum:

"Das Geheimnis der Feenflügel"

Warum Sie den Film sehen könnten:

Weil es Sonntag ist, und die Kinder unbedingt ins Kino wollen, und dieses Piratenabenteuer über Mädchenfreundschaft und Mädchenpower tatsächlich Spaß macht und perfekt 3D-animiert ist. Und Mütter können einfach daran denken, dass in der Originalversion Tom Hiddleston den jungen Captain Hook spricht und singt! Genau: Loki!

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Platz 6 (-) "Die Karte meiner Träume"

Wen Sie kennen könnten: die Darstellerin Helena Bonham Carter ("Sweeney Todd")

Die Geschichte in einem Satz:

T.S. ist hochbegabt, ein ausgezeichneter Kartenzeichner - und erst zehn Jahre alt, und als er einen renommierten Preis gewinnt, macht er sich heimlich auf den Weg, um ihn abzuholen.

Geschwister im Kinoversum:

#link;http://www.youtube.com/watch?v=B-uxeZaM-VM;Die fabelhafte Welt der Amélie"

Warum Sie den Film sehen müssen:

Weil "Amélie"-Regisseur Jean-Pierre Jeunet ein weiteres Meisterwerk der grenzenlosen Fantasie geschaffen hat und alle Mittel des Kinos - inklusive 3D - nur zum Besten des Publikums einzusetzen weiß. Schweben Sie mit!

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Platz 7 (9) "Das magische Haus"

Wen Sie kennen könnten: die Stimmen von Matthias Schweighöfer ("Keinohrhasen"), Didi Hallervorden ("Sein letztes Rennen"), Karoline Herfurth ("Das Parfum") und dem Gesangsduo The BossHoss

Die Geschichte in einem Satz:

Kater Thunder wird ausgesetzt und findet Unterschlupf im Haus des alten Magiers Lawrence. Allerdings sind dessen Haustiere und zum Leben erweckte Spielzeuge sind nicht allesamt glücklich über Thunders Erscheinen. Bis das Haus unter den Hammer kommen soll.

Geschwister im Kinoversum:

"Toy Story 3"

Warum Sie den Film vielleicht sehen sollten:

Ich muss mich an dieser Stelle entschuldigen, dass ich "Das magische Haus" in der Vorschau ausgelassen habe, denn jetzt weiß ich, dass er der perfekte Einsteigerfilm für Kinder mit begrenzter Aufmerksamkeitsspanne ist. Die Details sind so liebevoll stimmig wie im Disney-Universum, und das 3D eine Freude.

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Platz 8 (6) "Mädelsabend - Nüchtern zu schüchtern"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Elizabeth Banks ("Die Tribute von Panem") und James Marsden ("Verwünscht")

Die Geschichte in einem Satz:

Als Meghan von ihrem Freund verlassen wird und ihr Traumjob platzt, geht sie mit ihren Freundinnen den Frust ersäufen, was im Bett eines freundlichen Schriftstellers endet, aus dem sie dann fliehen muss, als der Traumjob plötzlich doch klappen soll, doch leider vergisst sie Geld und Handy, was den Weg zur Arbeit gelinde gesagt zur Chaos-Tour-de-Force macht.

Geschwister im Kinoversum:

die "Hangover"-Filme

Warum Sie den Film sehen müssen:

Weil Elizabeth Banks (die schrille Effie Trinket in den "Tribute von Panem"-Filmen) einen ganz ordentlichen Job abliefert als Hangover-getriebene Chaosbrummsel. Und weil die Dialoge endlich einmal nicht in jeder Pfütze ertrinken.

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Platz 9 (8) "A Million Ways To Die In The West"

Wen Sie kennen könnten: Regisseur und Darsteller Seth MacFarlane ("Ted"), Charlize Theron ("Prometheus"), Liam Neeson ("Grey") und Neil Patrick Harris ("How I Met Your Mother")

Die Geschichte in einem Satz:

Cowboy Albert ist so langweilig und harmlos, dass ihm die Freundin abhanden kommt, und sein neues Objekt der Begierde ist mit einem schießwütigen Banditen liiert.

Geschwister im Kinoversum:

"Movie 43"

Warum Sie den Film nicht sehen sollten:

Weil Sie nach "Movie 43" dachten, schlimmer geht's nicht.

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Platz 10 (7) "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Sir Ian McKellen ("Der Herr der Ringe"), Sir Patrick Stewart ("Star Trek"), Michael Fassbender ("Shame"), James McAvoy ("Drecksau"), Jennifer Lawrence ("Die Tribute von Panem"), Hugh Jackman ("Les Misérables"), Halle Berry ("Monster's Ball") und Ellen Page ("Juno")

Die Geschichte in einem Satz:

Wolverine wird in die Vergangenheit geschickt, um Professor X und Magneto zur Zusammenarbeit zu bewegen, denn in der Zukunft werden Mutanten von beeindruckend fiesen Robotern gejagt und getötet.

Geschwister im Kinoversum:

"X-Men: Erste Entscheidung"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil High-End-Action noch nie so liebevoll war! In einem grandiosen Mix aus Drama, Humor und spektakulärer Spezialeffekte-Action geht es um nicht weniger als das Abwenden eines Vernichtungskrieges der Menschen gegen die Mutanten. Wolverine wird "Terminator"-mäßig in die 70er verfrachtet, wo er einen alles auslösenden Mord verhindern soll. Dazu braucht er aber die Hilfe von Professor X und Magneto, die sich zu dieser Zeit bis aufs Blut hassen. Zudem sitzt Magneto im "sichersten" Gefängnis der Welt, mehrere Stockwerke unter dem Pentagon. Jedes Detail stimmt in der Welt von morgen und gestern, Jackmans Wolverine ist cooler denn je, und auch James McAvoy und Michael Fassbender scheinen vollends in ihren Rollen angekommen. Ein Fest für "X-Men"-Fans, und für Neueinsteiger (gehen die in Teil fünf?) mindestens mit einer der besten CGI-Sequenzen der letzten Jahre versehen: Marvel-Held Quicksilver (der schnellste unter den Mutanten) hat einen leider vorerst nur kurzen Auftritt und schreibt damit in der Küche des Pentagon Filmgeschichte wie einst die Slow-Motion-Kämpfe in "Matrix".

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