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Wahlkampftreffen der Demokraten: Filmstars fehlen auf Obamas Party

Der US-Präsident hat viele Freunde in der Entertainment-Welt. Aber in diesem Jahr wollen die Demokraten lieber keine Filmstars auffahren. Die schlechte Wirtschaftslage spielt eine Rolle.

Von Frank Siering, Los Angeles

Meist lieben Hollywood-Stars das ganz große Tamtam. Oscars, Golden Globes - und im Wahljahr meist auch die Democratic National Convention. Vor vier Jahren, als Barack Obama in Denver offiziell zum Kandidaten für die Demokratische Partei ernannt wurde, waren gleich eine ganze Reihe von Hollywood-Promis vor Ort. Ben Affleck, Jennifer Garner und Susan Sarandon jubelten Obama vor laufenden Kameras zu. Sheryl Crow und die Black Eyed Peas spielten für den neuen Hoffnungsträger kostenlos auf.

Vier Jahre später bietet sich ein etwas anderes Bild. Kaum ein Filmstar hat sich bisher für die Convention in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina angekündigt. Der politische Berater der Demokraten, Chris Lehane, vermutet im Interview mit der Nachrichtenagentur Associated Press (AP), dass die "schlechte wirtschaftliche Lage" in direktem Zusammenhang mit der angekündigten Abwesenheit der sonst so PR-bemühten Kinostars stehen könnte.

"Beide Parteien, die Demokraten und auch die Republikaner achten derzeit sehr darauf, nicht zu dekadent daherzukommen, wenn sie in der Öffentlichkeit auftreten", so Lehane.

Obamas Freunde in Hollywood

Natürlich bedeutet das nicht, dass Obama keine Freunde mehr hat in Beverly Hills. Für diverse Fundraiser war er in den vergangenen Monaten sogar höchstpersönlich nach Los Angeles angereist. So speiste er mit George Clooney und einigen anderen "guten Freunden", ließ sich von Talkshow-Gastbegerin Ellen DeGeneres in die Geheimnisse guter italienischer Küche einweisen und besucht auch weiterhin regelmäßig Studiobosse und einflussreiche Produzenten wie zum Beispiel Harvey Weinstein, um seine Kriegsschatulle zum Schlussspurt Richtung White House immer wieder aufzufüllen. Dennoch: Einige seiner ehemals lautstarken Fans aus dem Kinolager scheinen mit den Leistungen von Obama in den vergangenen vier Jahren nicht so zufrieden zu sein.

Einer davon ist Matt Damon. Er sagte sogar öffentlich, dass er "sehr enttäuscht" sei von Obama. Und auch Ben Affleck hält sich sehr zurück, wenn es darum geht, den Amtsinhaber lautstark zurück nach Washington zu treiben. Andere, so auch George Clooney und Julia Roberts, haben in der Vergangenheit immer wieder angemerkt, dass ihre lautstarke Unterstützung dem Präsidenten vielleicht sogar "eher schaden denn helfen könnte". Auch, weil sich "viele Amerikaner nicht mehr mit den Multimillionären aus Bel Air und Beverly Hills identifizieren können", so Lehane.

Promi-Mangel auch bei den Republikanern

Manche bleiben Obama aber auch in dieser heißen Wahlkampfphase treu. Jessica Alba zum Beispiel plant am Vorabend der Convention zusammen mit ihrem Ehemann Cash Warren ein privates Dinner für Obama. Die Musiker Pitbull und die Scissor Sisters wollen musikalisch ihren Beitrag leisten.

Die Demokraten sind übrigens nicht die einzigen, die in diesem Jahr unter Promi-Mangel leiden. Auch die Republikaner, sie halten ihre Convention schon in dieser Woche in Tampa im US-Bundesstaat Florida ab, können kaum Prominenz aufbieten. Selbst Arnold Schwarzenegger und auch Robert Downey Jr., vor vier Jahren noch vor Ort, sollen in diesem Jahr ihre Auftritte abgesagt haben.