Die Reallöhne steigen seit 2024 wieder. In den Jahren 2020 bis 2023 hatte die Inflation die steigenden Nominallöhne aufgezehrt.
Beschäftigte im Bereich der Finanz- und Versicherungsdienstleistungen profitierten laut Statistikamt mit einem Plus von 5,7 Prozent von den stärksten Nominallohnsteigerungen. Die Gehälter im Sektor der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen wuchsen um 5,3 Prozent, im Bereich Erziehung und Unterricht legten sie ebenfalls deutlich um 5,0 Prozent zu.
Insgesamt verzeichneten die Verdienste von Vollzeitbeschäftigten ein Plus von 4,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte. Abermals stiegen die Nominallöhne von Frauen mit 4,8 Prozent stärker als die von Männern (4,1 Prozent).
Der Entgeltexperte des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, Malte Lübker, bezeichnete die Lohnentwicklung der vergangenen beiden Jahre als "sehr erfreulich". Er wies jedoch darauf hin, dass "wir davor einen beispiellosen Einbruch bei den Reallöhnen erlebt haben". Der Reallohnindex stehe "immer noch knapp unter dem Niveau von 2019 – die Verluste durch die zwischenzeitlich hohe Inflation sind also noch nicht vollständig ausgeglichen", fuhr Lübker fort.