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Kaufkraft 2014: Reallöhne steigen, Geringverdiener profitieren aber kaum

Dank der niedrigen Inflation ist die Kaufkraft der Deutschen so gut wie lange nicht - im Schnitt sind die Reallöhne 2014 um 1,7 Prozent gestiegen. Allerdings haben nicht alle etwas davon.

Experten rechnen mit einem weiteren Anstieg der Verbraucherstimmung in Deutschland

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Die Kaufkraft der deutschen Arbeitnehmer ist 2014 wegen der niedrigen Inflation so kräftig gestiegen wie seit Jahren nicht mehr. Allerdings profitierten Gutverdiener und Führungskräfte davon deutlich stärker als Geringqualifizierte, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag unter Berufung auf endgültige Berechnungen mitteilte. Die Reallöhne kletterten im Schnitt um 1,7 Prozent. Dies sei der höchste Anstieg seit Beginn der Statistik im Jahr 2008. Grund dafür ist vor allem die geringe Inflation. So stiegen die Verbraucherpreise mit 0,9 Prozent so schwach wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Die Nominallöhne - also die Bruttomonatsverdienste samt Sonderzahlungen - kletterten im vorigen Jahr um 2,6 Prozent. Das größte Plus mit 4,1 Prozent heimsten Arbeitnehmer in leitender Stellung ein, während die Zuwächse bei angelernten (plus 1,5 Prozent) und ungelernten Beschäftigten (plus 1,2 Prozent) weit unter dem Durchschnitt lagen. Vollzeitbeschäftigte verdienten in Deutschland 2014 inklusive Sonderzahlungen durchschnittlich 46.575 Euro brutto. Am meisten bezahlt wurde bei Banken und Versicherungen (68.104 Euro), im Bereich Information und Kommunikation (63.591 Euro) sowie in der Energieversorgung (62.700 Euro). Angestellte im Gastgewerbe erhielten mit 26.455 Euro am wenigsten.

Die Statistiker betonten aber, dass knapp zwei Drittel der Vollzeitbeschäftigten weniger verdienen als den gesamtwirtschaftlichen Durchschnittswert. Nur ein gutes Drittel liege darüber. "Dieses Drittel hat so hohe Verdienste, dass der Durchschnittswert für alle Beschäftigten auf das hohe Niveau angehoben wird." Dank steigender Löhne und Gehälter sowie niedriger Zinsen ist die Kauflaune der Deutschen so gut wie seit mehr als 13 Jahren nicht mehr. "Das sind wirklich gute Zahlen und es wird ein gutes Jahr für den deutschen Konsum", sagte Konjunkturexpertin Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim.

she/AFP / AFP