In ihren Schlussplädoyers am Donnerstag machten beide Seiten nochmals vehement ihren Standpunkt klar: Die Vertreter der Hauptklägerin machten erneut das "Suchtpotenzial" von Instagram und Co. für die psychischen Probleme der 20-Jährigen verantwortlich. Die Verteidigung erklärte, dass keiner der vor Gericht befragten Experten einen direkten Zusammenhang zwischen der Internetnutzung und den gesundheitlichen Problemen hergestellt habe.
In dem Prozess hatten unter anderem der Chef des Internetkonzerns Meta, Mark Zuckerberg, und Instagram-Chef Adam Mosseri ausgesagt. Beide wiesen die Vorwürfe zurück. Die Hauptklägerin dagegen schilderte vor Gericht eine zwanghafte Fixierung auf die Plattformen Youtube und Instagram. "Ich war noch jung und habe meine gesamte Zeit damit verbracht", sagte sie. "Jedes Mal, wenn ich versuchte, mich davon zu lösen, funktionierte es einfach nicht."
Das Ergebnis des Prozesses dürfte einen Maßstab für die Entscheidung über tausende weitere Klagen setzen. Darin wird den Tech-Riesen vorgeworfen, junge Nutzerinnen und Nutzer abhängig gemacht zu haben und damit für Depressionen, Essstörungen, Psychiatrie-Aufenthalte und sogar Suizide verantwortlich zu sein.