In dem womöglich wegweisenden Prozess gegen mehrere Internetriesen in den USA wegen des Vorwurfs der Förderung von Social-Media-Sucht beginnen am Freitag die Beratungen der Jury. Die Geschworenen müssen in Los Angeles konkret im Fall einer 20-jährigen Kalifornierin entscheiden. Sie wirft den Betreibern von Online-Netzwerken wie Instagram und Youtube vor, sie als Minderjährige abhängig gemacht und ihr dadurch schwere psychische Schäden zugefügt zu haben. Das Verfahren gilt als Musterprozess für zahlreiche weitere Klagen.
In dem womöglich wegweisenden US-Prozess gegen mehrere Internetriesen wegen des Vorwurfs der Förderung von Social-Media-Sucht hat der Chef des Onlinedienstes Instagram das Suchtpotenzial der App bestritten. "Ich denke, es ist wichtig, zwischen klinischer Sucht und problematischer Nutzung zu unterscheiden", sagte Instagram-Chef Adam Mosseri am Mittwoch vor dem Gericht in Los Angeles. Auch er habe schon einmal gesagt, nach einer Fernsehserie "süchtig" zu sein - das sei jedoch mit einer klinischen Sucht nicht vergleichbar.
In den USA hat ein womöglich wegweisender Prozess gegen mehrere Internetriesen wegen des Vorwurfs der Förderung von Social-Media-Sucht begonnen. Der Anwalt der Kläger warf den Konzernen im Eröffnungsplädoyer am Montag (Ortszeit) vor, "eine Sucht in den Gehirnen von Kindern erzeugt" zu haben. Ein Anwalt der Instagram-Mutter Meta konterte, dass Probleme in der realen Welt das Selbstwertgefühl der Klägerin beeinträchtigt hätten - und nicht Instagram.
In Los Angeles beginnt am Dienstag mit der Auswahl der Geschworenen ein Zivilprozess gegen mehrere US-Internetkonzerne wegen des Vorwurfs, ihre Plattformen gezielt suchtfördernd für Kinder und Jugendliche gestaltet zu haben. Beklagt sind Alphabet, Meta und Bytedance - die Unternehmen hinter den Plattformen Youtube, Instagram und Tiktok. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht der Fall einer 19-jährigen Frau, deren Name mit K.G.M. abgekürzt wird.
Der Internetriese Google soll in den USA und Frankreich wegen Datenschutzverstößen Zahlungen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro leisten. Im kalifornischen San Francisco befand eine Geschworenenjury Google am Mittwoch (Ortszeit) für schuldig, die Privatsphäre von fast 100 Millionen Nutzern verletzt zu haben und ordnete eine Zahlung von umgerechnet rund 365 Millionen Euro an. Die französische Datenschutzbehörde CNIL verhängte eine Strafe von 325 Millionen Euro gegen Google.