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Glosse: Ebay-Spam am Auto

Werbung, ans Autofenster gepappt von halbseidenen Gebrauchtwagenhändlern - das kennt man inzwischen. Doch das aufdringliche Warndreieck, das gerade an Kfz-Scheiben herumklebt, entpuppt sich als Spam einer großen, bekannten Internetfirma.

Von Dirk Liedtke

Unerwünschte Werbe-E-Mails oder betrügerische Phishing-Mails landen meistens automatisch im Spam-Ordner. Da gammelt der digitale Mist vor sich hin und löscht sich bestenfalls irgendwann automatisch. Der Internetriese Ebay hat jetzt einen Weg gefunden, Menschen auch in sicherer Entfernung von ihrem Computer mit unerwünschter Werbung zu nerven - nicht in der TV-Werbepause, an der Bushaltestelle oder mit einer Plakatwand. Da könnte man ja einfach wegschauen. Nein, es ist viel schlimmer. Ebay hat sich direkt am Allerheiligsten vieler Menschen vergangen - dem Auto!

An allen in meiner Straße geparkten Wagen prangte vor einigen Tagen ein dreieckiges rotes Warnschild. Von weitem habe ich mich erschreckt: Kündigt die Polizei ihre Knöllchen jetzt gehässigerweise mit einem Hinweis an? Hatte ich eine mobile Halteverbotszone übersehen, weil mal wieder jemand umzieht? War der Abschleppwagen schon längst unterwegs, um den Wagen in den Autoknast zu entführen? Mein Stress verwandelte sich sofort in Ärger, als ich näher kam und das Schild entziffern konnte: "Kein Geschenk an Bord?" stand dort. Ich drehte das mit einem Saugnapf befestigte Plastikdreieck um und erkannte ein typisches Werbemotiv von Ebay, wo sich ein blondes Mädchen offenbar ganz doll über einen gelben aufblasbaren Tintenfisch freut, der in Wahrheit ziemlich hässlich ist. "Schau mal auf Ebay!" stand daneben. Einen Teufel werde ich tun!

26 Cent plus MwSt

Stattdessen schaute ich auf der kleingedruckten Adresse des Herstellers dieser Werbekarte nach. Und das war viel interessanter: So erfuhr ich, dass Ebay sich jede der Plastikdreiecke mindestens 26 Cent plus Mehrwertsteuer hat kosten lassen. Die Firma Supercards mit dem verwirrenden Werbespruch "Das einzige Werbemedium mit 100% Saugkraft" sieht sich im Recht: "Auf öffentlich-rechtlichem Raum ist keine Genehmigung vonnöten." Das leuchtet ein: Ich kann ja auch keine Politesse wegen Sachbeschädigung verklagen, wenn sie mir einen Strafzettel unter den Scheibenwischer klemmt.

Besonders wetterfest sind die Plastikwimpel übrigens nicht. An manchen, offenbar unbewegten Autos wellten sie sich nach einigen Regentagen unschön an dem standhaften Saugnapf. Viele Autofahrer haben den Werbemüll offenbar einfach auf die Straße gepfeffert. Das sorgt zumindest für einige bunte Farbtupfer in den muffigen, glitschigen Laubhaufen, die sich Ende November überall angesammelt haben. Eine Sprecherin des Unternehmens verwies am Telefon folglich auch auf die Straßenreinigung, die natürlich auch weggeworfene Supercards aufsammle. Eigentlich wollte sie mir auch etwas über die Ökobilanz der Supercards verraten, meldete sich dann vor Schreck aber nicht mehr. In die umweltbewegte Zeit passt es so oder so nicht, Werbemittel aus Plastik und "cellophaniertem" Papier wehrlosen Autofahrern aufzudrängen, die womöglich noch ein schlechtes Gewissen plagt, weil sie den unerwünschten Reklamemüll in Eile auf der Straße entsorgen.

Opfer dieser aufdringlichen Art von Werbung wurden laut Ebay auch Autofahrer in "Shoppinggegenden" von Köln, München und Berlin. Und die Kundenliste von Supercards ist erschreckend lang. Vielleicht sollte ich auf mein Auto den gleichen Aufkleber pappen wie auf meinem Briefkasten: "Stopp! Keine Werbung!"

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(