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Google, Amazon, Apple: Diese Internetriesen lauschen mit - aber was passiert mit den Daten?

Amazon hat seinen lauschenden Lautsprecher Echo auch für Deutschland angekündigt. Echo hört auf’s Wort, die Daten landen bei Amazon. Und trotzdem verspricht der Konzern Privatsphäre. Macht Amazon etwas anders als Apple oder Google?

Amazon Echo Google Apple Datensammler

Echo steht im Wohnzimmer und hört zu, das Smartphone in der Tasche ebenfalls. Was machen Amazon, Google und Apple mit den Daten?

Mit dem iPhone 4s kam die Sprachsteuerung in den Mainstream. Siri hört bis heute aufs Wort, Google zog mit Google Now nach. Amazons smarter Lautsprecher Echo wird sogar ausschließlich per Sprachbefehl gesteuert. Eines haben alle drei gemeinsam: Sie hören zu - und schicken die Daten durchs Netz. Doch nur bei Echo gab es bei der Vorstellung einen riesigen Aufschrei. Jetzt kommt der Lautsprecher auch nach Deutschland. Und wirft die Frage auf: Geht Amazon wirklich anders mit den Daten um als die Konkurrenten?

Wenn man die Sprachsteuerung eines aktuellen Smartphones oder auch bei Echo nutzt, ist der Vorgang eigentlich immer der Gleiche: Das Gerät wird darauf hingewiesen, dass man eine Frage stellen oder einen Befehl geben möchte, nimmt das Gesprochene auf, schickt es in die Cloud und lässt es dort verarbeiten. Nur so bekommen Siri, Amazons Sprach-Assistentin Alexa oder Google Now heraus, was der Nutzer eigentlich will und können richtig reagieren. Eine rein lokale Spracherkennung ist wegen der mangelnden Rechenleistung noch gar nicht möglich.

Amazon Echo: Das Mikro im Wohnzimmer

Der Grund dafür, dass Echo als bedrohlich wahrgenommen wird, während das für Siri und Google Now nicht im selben Maße gilt, dürfte vor allem ein psychologischer sein. Echo steht mitten im eigenen Heim und lauscht die ganze Zeit. Eine Steuerung per Touchscreen oder Fernbedienung ist nicht vorgesehen. Den sicher auch durch die Stasi-Zeit stark Privatsphäre-orientierten Deutschen erscheint das verständlicherweise etwas unheimlich.

Dabei nimmt Echo gar nicht die ganze Zeit auf. Zwar lauschen die sieben Mikrofone ständig auf sämtliche Geräusche in der Umgebung, warten dabei aber nur darauf, dass dieses eine magische Wort ertönt: "Alexa". Erst dann wird wirklich die Spracherkennung eingeschaltet und die Aufnahme an Amazons Server geschickt.

Alle hören zu

Damit unterscheidet sich Echo nicht besonders von der Funktionsweise von Google Now oder Siri. Auch die nehmen erst auf, wenn sie den Befehl dazu bekommen. Typischerweise durch ein langes Drücken des Homebutton, bei neueren Android-Versionen und ab dem iPhone 6s aber auf Wunsch auch einfach per Sprachbefehl. Das heißt: Auch Apple und Google hören je nach Einstellung die ganze Zeit zu. Schlimm ist das aber eigentlich bei keinem der Unternehmen: Aufgenommen wird erst, wenn der Befehl kommt.

Das kann bei Apple und Google auch mal aus Versehen passieren: Kommt man nebenbei auf den Homebutton, geht die Sprachsteuerung an - und das Mikro hört mit. Wie oft das vorkommt, können sich Android-Besitzer und Nutzer von Googles Sprachsuche auf dieser Seite ansehen. Hier listet Google alle Aufnahmen, die der Konzern zu dem Account gesammelt hat. Sie lassen sich dort tatsächlich alle anhören. Vor allem bei den unabsichtlichen Aufnahmen ist das durchaus ein bisschen gruselig. In diesem Artikel erklären wir deshalb, wie man die Funktion abschalten und die Aufnahmen löschen kann

Was passiert mit den Aufnahmen?

Google wertet die Audioanfragen aus, um die eigenen Dienste und die persönliche Nutzererfahrung zu verbessern. Aber auch Werbeeinblendungen können auf den gesammelten Daten basieren. Wie genau die Datenberge durchwühlt werden und welche Daten auf welche Weise verarbeitet werden, ist nicht bekannt.

Apple speichert die Audiodateien ebenfalls für zwei Jahre, zur Qualitätskontrolle. Allerdings werden sie anonymisiert und vom Benutzer entkoppelt. Der Konzern hat sich in den letzten beiden Jahren als Verfechter der Privatsphäre positioniert, der anders als Google oder Facebook nicht mit kostenlosen Diensten, sondern durch Geräteverkäufe sein Geld verdient. Dadurch sei man nicht so sehr auf die totale Auswertung der Kundendaten angewiesen, wie bei den Konkurrenten üblich, argumentiert Apple-Chef Tim Cook. Die müssen die Unmengen an Kundendaten nämlich irgendwie zu Geld machen.

Mehr Privatsphäre macht Transparenz unmöglich

Transparent für den Nutzer ist die Speicherung durch die Anonymisierung leider nicht. Das ist durch die Entkopplung gar nicht möglich. Aber auch diejenigen, die die Daten verarbeiten, wissen nicht, wen sie da vor sich haben - oder was sie überhaupt auswerten. In einem Reddit-Post erzählt eine Frau, dass sie bei einem Drittanbieter angestellt sei, bei dem sie einzelne Audio-Ausschnitte anhören musste, um dann zu dokumentieren, was in ihnen gesagt wurde. Erst nach einer Weile realisierte sie, dass es Dinge waren, die iPhone-Nutzer zu Siri gesagt hatten. Apple prüft so wohl, ob Siri Menschen ausreichend versteht. Informationen zu den Personen erhielt die Frau keine.

Auch Amazon speichert alles, was nach dem Signalwort "Alexa" gesagt wurde. Wie bei Google kann sich der Nutzer in der Alexa-App alle Aufnahmen anschauen und sie auch wieder löschen. Wie die Daten verarbeitet werden, ist wie bei Google nicht genauer bekannt.

Amazon ist das deutsche Verhältnis zu Privatsphäre wohl sehr bewusst. Bei der Präsentation zum deutschen Echo-Start legte man viel Wert darauf, zu erklären, wie die Privatsphäre gewahrt wird. Um versehentliche Aufnahmen von extrem privaten Momenten zu vermeiden, kann man Echos Mikro deshalb mit einem Knopf abschalten, sobald das Gerät aufnimmt, leuchtet der obere Rand blau.

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Einmal über den Startbildschirm wischen, bitte

Als erstes springt den Nutzern der neue Startbildschirm ins Auge. Statt wie bisher von links nach rechts zu wischen, entsperrt man das iPhone nun, indem man den Home-Button drückt. Erst dann kann man sich mit PIN oder Fingerabdruck identifizieren. Wer möchte, kann auch einstellen, dass man Touch-ID auch ohne Druck auf den Homebutton nutzen kann. Einschalten muss man das Display aber trotzdem.

Dass man nicht mehr per Wischen entsperrt, hat einen guten Grund: Apple hat die Screens links und rechts des Startbildschirms mit Funktionen belegt. Wischt man nach links, landet man nun bei der Kamera. Mit einem Wischer nach rechts kommt die Widget-Seite zum Vorschein, sie ist jetzt auch vom Startbildschirm zu erreichen.