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Anschlag auf "Pulse"-Club: Angehörige der Orlando-Opfer verklagen drei Internetriesen

50 Menschen starben im Juni bei dem Anschlag auf einen Nachtclub in Orlando. Die Familien dreier Opfer gehen nun juristisch gegen Facebook, Twitter und Google vor. Der Vorwurf: Diese würden den islamischen Staat indirekt unterstützen.

Der Nachtclub "Pulse" in Orlando nach dem Anschlag

50 menschen kamen beim Anschlag auf den "Pulse"-Club in Orlando ums Leben. Der Täter war Sympathisant des Islamischen Staates.

Angehörige der Opfer des Anschlags auf einen Nachtclub in Orlando gehen juristisch gegen die Internetriesen Facebook, Google und Twitter wegen Unterstützung der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) vor. Die Familien dreier Opfer werfen den Konzernen vor, sie hätten dem IS "wissentlich und ohne Rücksichtnahme" ermöglicht, die sozialen Netzwerke als Mittel zur Rekrutierung von Dschihadisten, Geldbeschaffung und Verbreitung von Propaganda zu nutzen.

Diese Form der Unterstützung habe den Aufstieg des IS befördert und diesen in die Lage versetzt, zahlreiche terroristische Anschläge zu verüben. Die Kläger verlangen Entschädigung.

Orlando-Anschlag kostete 50 Menschen das Leben

Im Juni hatte der 29-jährige Omar Mateen, ein US-Bürger und Sohn afghanischer Einwanderer, den Homosexuellen-Nachtclub "Pulse" in Orlando (US-Bundesstaat Florida) überfallen und dort um sich geschossen. 50 Menschen wurden getötet, darunter der Attentäter von der Polizei. Mateen hatte sich zum Islamischen Staat bekannt und IS-Anführer Abu Bakr a-Bagdadi die Treue geschworen.

Facebook erklärte zu der Klage, die Standards des Unternehmens machten deutlich, dass terroristische Gruppen nichts in den sozialen Netzwerken zu suchen hätten. Wenn derlei Inhalte bemerkt würden, würden sie schnell entfernt. Google reagierte zunächst nicht, der Kurzbotschaftendienst Twitter lehnte eine Stellungnahme ab.

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mod / AFP