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Inflation von 0,5 Prozent: Geringer Anstieg der Verbraucherpreise 2016

Im vergangenen Jahr sind die Verbraucherpreise erneut angestiegen. Im Schnitt zahlten die Verbraucher 0,5 Prozent mehr. Über das Jahr hinweg war die Inflation jedoch nicht konstant, besonders ein Monat hebt sich deutlich ab.

2016 erhöhten sich die Verbraucherpreise nur leicht, doch im Dezember stieg die Inflationsrate deutlich

2016 erhöhten sich die Verbraucherpreise nur leicht, doch im Dezember stiegen die Energiepreise und damit auch die Inflationsrate deutlich

Die Verbraucherpreise sind im vergangenen Jahr um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mit. Die vorläufigen Berechnungen zeigen auch, dass die Inflationsrate im Dezember besonders hoch kletterte. Mit 1,7 Prozent wurde der höchste Stand seit mehr als drei Jahren erreicht.

Auf und Ab der Verbraucherpreise

Über das Jahr 2016 entwickelten sich die Verbraucherpreise höchst unterschiedlich: Die Inflationsrate startete mit 0,5 Prozent im Januar, fiel in den Folgemonaten schwächer aus und rutschte im April gar ins Negative. Seit Mai zogen die Verbraucherpreise wieder an. Bis einschließlich November lag die Preissteigerung in jedem einzelnen Monat aber unter einem Prozent.

Im Dezember dagegen kletterte die Inflationsrate auf 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und lag damit auf dem höchsten Stand seit Juli 2013. Ausschlaggebend für den kräftigen Anstieg waren vor allem die Energiepreise: Sie legten um 2,5 Prozent zu, nachdem sie in den Monaten zuvor zum Teil stark zurückgegangen waren.

Dezember war besonders teuer

Verbraucher hatten dies bereits zu spüren bekommen: Tanken beispielsweise war im Dezember so teuer wie in keinem anderen Monat des vergangenen Jahres, wie die Vergleichsplattform "clever-tanken.de" ermittelte. Auch Heizöl verteuerte sich nach der Ende November gefundenen Einigung der großen Ölstaaten auf eine Drosselung ihrer Fördermenge.

Den Statistikern zufolge wurden im Dezember auch andere Dinge teurer - und das teilweise deutlich. So legten die Preise für Nahrungsmittel im Vorjahresvergleich um 2,5 Prozent zu. Dienstleistungen - darunter die Nettokaltmieten - waren 1,5 Prozent teurer.

Inflationsrate von knapp zwei Prozent

Die Inflationsrate von 1,7 Prozent für Dezember kommt den Idealvorstellungen der Europäischen Zentralbank (EZB) nahe. Sie strebt eine Inflationsrate von knapp unterhalb zwei Prozent an.

Der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, sieht in dem "Inflationssprung" ein Signal für den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik der EZB. "Wenn diese Zahlen sich für die Eurozone insgesamt bestätigen, sollte die EZB das Anleihekaufprogramm im März 2017 beenden", sagte Fuest der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochsausgabe). Für eine Fortsetzung der Käufe gebe es dann keine Rechtfertigung mehr.

EZB-Anleihekäufe sollen Inflation beeinflussen

Die EZB-Spitze hatte erst im Dezember beschlossen, die Geldflut durch monatliche Anleihekäufe von derzeit 80 Milliarden Euro ab April 2017 mit einem 60-Milliarden-Volumen fortzusetzen. Zweck der EZB-Anleihekäufe ist es, die Inflationsrate in Richtung von zwei Prozent zu schieben.

Auch der Chef der Konjunkturabteilung des Instituts für Weltwirtschaft, Stefan Kooths, forderte die EZB zu einem "Ausstieg aus ihrer ultraexpansiven Geldpolitik" auf. Deren Nutzen sei kaum noch zu erkennen, sagte Kooths der "FAZ".

fri / AFP
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