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Meinung

Appell einer Mutter: Autismus als "Mode-Krankheit"? Von wegen!

Eltern eines autistischen Kindes stehen Arztbesuchen und Stress gegenüber – und einer zunehmend rauen Gesellschaft. Das musste auch unsere Autorin erfahren. Ihr Appell an mehr Mitgefühl.

Von Anne-Doreen Koepp

Junge sitzt auf dem Boden

Appell einer Autisten-Mutter: "Ich denke, es ist Zeit, dass wir wieder mehr ins Miteinander gehen, zurück zu Mitgefühl und Verständnis" (Symbolbild)

Getty Images

Vor längerer Zeit habe ich in einer Gruppe auf Facebook die Aussage einer Frau gelesen, dass Autismus ja inzwischen eine "Mode-Krankheit" sei. Sie hat dies nicht näher ausgeführt, aber ich, als Mutter eines autistischen Kindes, saß hier vor dem Laptop, sprachlos und erschrocken. Sofort liefen vor meinem inneren Auge sämtliche Tests, Erlebnisse und Gefühle ab, die ich in den fast sechs Jahren, die mein Kind nun alt ist, mit ihm durchgestanden habe. Autismus eine "Mode-Krankheit"?! Der Duden erklärt das Wort mit "nach Art einer Mode verbreitete Krankheit (mit eingebildeten oder unklaren Symptomen)".

"Ich möchte zu mehr Achtsamkeit aufrufen"

Alle Autisten, die ich kenne, haben weder unklare, noch eingebildete Symptome. Und hinter jeder Diagnose steht eine lange Zeit der Diagnosefindung, mit vielen Tests und Untersuchungen. Stress für alle Beteiligten.

Ja, als Außenstehender ist es schwer, das "ganze Bild" zu verstehen, und sicher sind manche Symptome auch ähnlich, zum Beispiel zur Hypersensibilität, dennoch gibt es ja die Differentialdiagnostik, Ausschlussverfahren und zum Glück fähige Therapeuten und Ärzte. Ich möchte mit diesem Artikel niemanden verletzen oder Autismus als "heilige Krankheit" darstellen. Ich möchte einfach nur zu mehr Achtsamkeit aufrufen. Und zu Verständnis.

Warum hat mich diese Aussage eigentlich so getroffen? Könnte sie mir nicht eigentlich egal sein? Immerhin weiß ich ja, wie es tatsächlich ist? Ja, das könnte sie. Aber wir leben in einer zunehmend raueren Gesellschaft, in der Egozentrik und Egoismus ganz weit vorne stehen, in der das geschriebene Wort nach Belieben verdreht oder gar gelöscht wird, Dinge, die getan und gesagt wurden, plötzlich nie geschehen sind oder gesprochen wurden. Und ich denke, es ist Zeit, dass wir wieder mehr ins Miteinander gehen, zurück zu Mitgefühl und Verständnis. Und vielleicht, ganz vielleicht, hat die Frau ja auch ein Kind zuhause, welches "auffällig" ist und sie hat einfach Angst vor dem, was kommen könnte?

"Ich habe mir eine Schutzmauer gewünscht"

Als mein Kind mitten im Supermarkt einen großen Meltdown hatte, und wir hin und her schaukelnd auf dem Fußboden saßen, habe ich mir Mitgefühl und Verständnis gewünscht, vielleicht sogar eine Schutzmauer. Stattdessen kamen Sprüche, die nicht hilfreich und sehr beleidigend oder verletzend waren, gewaltvolle, gewalttätige Worte. Diese beiden Momente sind tatsächlich prägende Eckpfeiler geworden, die mich dazu veranlasst haben, mit anderen Augen durch die Welt zu gehen. Ich bemühe mich, nicht mehr zu urteilen, zu verurteilen oder Vorurteile zu haben. Ich bemühe mich, achtsamer zu sein. Gelingt es mir immer? Nein. Aber ich lebe es vor, ich zeige es und (Achtung, Vorurteil!) bringe es meinem Kind emphatisch bei. Zumindest hoffe ich das.

Weitere Beiträge rund ums Thema Autismus finden Sie bei dem Projekt Honigreise.

© Anne-Doreen Koepp

So nehmen Autisten die Welt wahr
gho
Themen in diesem Artikel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(