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Frage Nummer 3000096756 Gast

Brandmelder defekt, wer haftet?

Aus ungeklärter Ursache ist in einer Mietwohnung ein Schwelbrand entstanden. Der Mieter konnte schwerst verletzt geborgen werden. Der Brandmelder hat NICHT funktioniert. Der Aufmerksamkeit des Nachbarn ist es zu verdanken, dass der Brand bemerkt wurde, als Rauch aus den Fenstern quoll. Die Wohnung war danach zunächst nicht mehr bewohnbar. Der Vermieter hat die Wohnung wieder (exklusive Bodenbeläge) instand gesetzt. Dennoch sind für den Mieter Kosten angefallen und es kommen weitere auf ihn zu. Die gesamte Einrichtung mußte zu Lasten des Mieters entsorgt werden. -
Für eine nähere Beschreibung der gesundheitlichen Konsequenzen fehlt hier der Platz, aber man kann verkürzend feststellen, dass das Brandopfer mehr tot als lebendig aus den Flammen gerettet wurde. Nach 6-wöchigem Aufenthalt in der Uniklinik Aachen, davon 4 Wochen intensiv; und weiteren 6 Wochen in Bonn-Godeshöhe (Reha), befindet sich der Geschädigte noch in Rekonvaliszenz.
Antworten (3)
Oliver2
Hi,

das ist eine schwierige Frage. Ich würde mich mal an einen Anwalt wenden.

Viele Grüße
Oliver2
ing793
Damit jemand haftet, muss ihm eine eindeutige Schuld zugewiesen werden.
Offensichtlich ist das nicht möglich, denn der Brand entstand aus "ungeklärter Ursache".

Technisches Gerät (hier der Brandmelder) geht gelegentlich auch mal kaputt. Solange der Vermieter einen einbaut und entweder jährlich prüfen lässt oder die Prüfpflicht nachweislich an den Mieter weitergereicht hat, solange haftet auch niemand Dritter wegen des defekten Melders (zumal der eher nicht der Auslöser des Brandes war).

Unterm Strich: das Leben ist voller Risiken und nicht immer, wenn etwas passiert, ist ein Anderer schuld und bezahlt den Schaden.
Darum versichert man sich ja auch gegen Katastrophen. Für die Schäden in der Wohnung (Möbel, Hausrat) käme eine Hausratversicherung auf (in der Regel vorausgesetzt, es gab eine Flamme bei dem Brand - ist bei Schwelbrand nicht ganz selbstverständlich).

Ich wünsche dem Betroffenen alles erdenklich Gute und hoffe, dass ich mich irre.
Ich würde mich jedenfalls keinesfalls auf die Antworten hier verlassen und das bei einem Anwalt abklopfen. Nur empfehle ich, auf einen negativen Bescheid gefasst zu sein.
bh_roth
Jedenfalls ist es bei der Bewertung, wer schuld hat, völlig wurscht, wer wie schwer verletzt wurde, und wie lange jemand auf Intensiv und danach auf Reha war. Deshalb ist auch eine nähere Beschreibung der gesundheitlichen Konsequenzen völlig irrelevant.
Manches passiert, ist unvermeidlich, und niemand hat Schuld. Da schließe ich mich der Einschätzung von Ing an.