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Tiefflieger

Was unterscheidet Saatkartoffeln von normalen Kartoffeln?

Frage Nummer 23178

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Antworten (6)
Ingenius
Saatkartoffeln sind lizenzpflichtig, das wissen wir spätestens, seit die beliebte Sorte „Linda“ aus dem Verkehr gezogen wurde. Ansonsten kann man jede keimende Kartoffel in die Erde stecken und nach einigen Monaten ernten.
Mike Hoffmann
Normale Kartoffeln sind meistens exttra so behandelt, dass sie nicht keimen. Bei Pflanzkartoffeln ist das genau andersherum: hier sollen die Kartoffeln möglichst gut keimen. Daher sollte man auch keine Satkartoffeln essen oder normale Kartoffeln einpflanzen.
Ingenius
Normale Kartoffeln keimen natürlich auch, das weiß jeder, der schon mal welche gekauft hat. Dass man im Handel das ganze Jahr über keimfreie Kartoffeln kaufen kann, liegt daran, dass die in künstlich beeinflusster Luft, meistens Stickstoff, gelagert werden und erst kurz vor dem Verkauf Licht und Luft ausgesetzt werden. Die Franzosen verwenden gerne radioaktive Strahlung zur Haltbarkeitmachung von Gemüse, aber das ist bei uns glücklicherweise nicht erlaubt.
Tyler Horn
sie sind vor allem teurer. die saatkartoffel ist eine sortenreine (d. h. genetisch eindeutige) kartoffel. Darüber hinaus sind das geschützte Sorten. außerdem sind sie kleiner als die speisekartoffeln - natürlich kann man sie auch essen, aber wegen der größe und des preises wird das eigentlich nicht gemacht.
Nick-Nick
Der wesentlichste Unterschied ist, dass die Saatkartoffeln auf Pflanzenkrankheiten getestet werden, die das Wachstumsverhalten beeinflussen: Kartoffeln werden von Viren befallen, die über die Knolle an die nächste Generation weitergegeben werden. Wenn man immer wieder die Kartoffeln vom Vorjahr aus dem eigenen Garten verwendet, um sie für die kommende Saison auszupflanzen, dann baut die Pflanze mit der Zeit ab: Die Pflanze wird von Jahr zu Jahr kümmerlicher und der Ertrag wird immer geringer.

Ansonsten stimmt das was meine Vorredner gesagt haben: Man kann jede keimende Kartoffel auspflanzen. Mit Bio-Speisekartoffeln geht das in der Regel besser, weil sie nicht mit keimhemmenden Mitteln behandelt werden. Andersherum werden Bio-Saatkartoffeln nicht mit Lagerschutzmitteln behandelt, sie sind daher auch für den Verzehr geeignet. Der Erfolg des Anbaus von Speisekartoffeln hängt, davon ab, wie oft der Bauer selber schon seine eigenen Speisekartoffeln zur Auspflanzung verwendet hat.
Nick-Nick
Was nicht stimmt, ist dass Saatkartoffeln immer kleiner sind als Speisekartoffeln: Es wird versucht bei der Vermehrung von Pflanzkartoffeln darauf zu achten, dass die Knollen nicht zu groß werden. Bei der Ernte sind die Größen jedoch zunächst uneinheitlich. Die Kartoffeln werden anschließend nach Größe sortiert. Für die Pflanzmaschinen der Bauern sind dann die "Normalsortierung" (ca. 35-55 mm) und die "Kleinsortierung" gut geeignet. Die "Großsortierung" kommt in der Regel nur dann als Pflanzkartoffel in den Handel, wenn die Menge insgesamt knapp ist.

Wichtig ist noch zu wissen, dass größere Pflanzkartoffeln auch größere Pflanzen hervorbringen. Sie können also auf einen größeren Abstand gepflanzt werden und bringen mehr Ertrag pro Pflanze.

Sehr große Pflanzkartoffeln kann man auch "äugeln" (so durchschneiden, dass an jedem Teilstück min. 3-5 Augen verbleiben, dann vor dem Pflanzen die Schnittflächen gut trocknen ("verkorken") lassen).