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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000100879 Gast

Zu viel Urlaub in Probezeit genommen.

Eine unangenehme Frage beschäftigt mich...


Ich habe am 2.7.2018 eine gute Stelle angenommen. Bereits im Vorfeld hatte ich geklärt, dass ich aber 10Tage Urlaub gebucht habe vom 30.07.-10.08.2018.

Dieser wurde mir zugesagt, da der AG wusste, dass er während der allgemeinen Urlaubszeit sucht.

Nun habe ich vor zwei Tagen ein Angebot beruflicher Art bekommen, das ich nicht ausschlagen kann, da es perfekt ist! Diese Stelle wäre ab dem 1.9. zu besetzen.


Zusammenfassung: Ich werde nur zwei Monate in der aktuellen Stelle gearbeitet, aber 10 Tage Urlaub genommen haben.

Kann mein AG,wenn ich dann am 13.08. fristgerecht kündige, Geld einbehalten, quasi den Urlaub nicht bezahlen, mir ja theoretisch nicht annähernd 10 Tage zugestanden hätten?


Ich würde am liebsten mit ganz offenen Karten spielen, dem AG jetzt schon sagen, was passieren wird, damit er die Stelle zum 1.9.wieder ausschreiben kann und jetzt schon nach Ersatz suchen kann, aber ich habe Angst, dass mir dann der Urlaub nicht mehr gewährt wird, an dem aber Hotel- und Färebuchungen hängen.


Hilfe! :)


Ich bin für jeden Rat sehr dankbar!!


LG, Melanie
Antworten (8)
ing793
Ich weiß nicht, wo Dein Problem liegt.
Du bekommst einerseits das Angebot Deines Lebens, verarscht andererseits den aktuellen Arbeitgeber nach Strich und Faden und machst Dir noch Gedanken, ob Dich das Geld kostet?

SELBSTVERSTÄNDLICH kostet Dich das Geld. Dir stehen vier Tage zu, Du hast zehn genommen. Sechs Tage wird er Dir abziehen, und das völlig zu Recht.
Und Du kannst froh sein, dass mehr nicht geht, denn in diesen sechs Wochen, die Du effektiv da bist, bekommst Du Dein Gehalt für praktisch Null Gegenleistung (ich weiß, Du arbeitest, aber praktisch niemand ist in der ersten Zeit auch nur annähernd seinen Job wert, weil er erst Abläufe kennen lernen muss).

Über Deinen Urlaub bräuchtest Du Dir übrigens keine Gedanken zu machen, wenn Du mit offenen Karten spielen würdest. Du hättest am nächsten Tag die Kündigung zum 31.07. auf dem Tisch und könntest in aller Ruhe und mit gutem Gewissen in den Urlaub fahren.
rayer
Das mag zwar Deinem Verständnis von Recht zuwiderlaufen ing, der Arbeitgeber wird wohl auf den Kosten sitzen bleiben. Gehalt einbehalten gibt es nicht in Deutschland, zumal der Urlaub genehmigt wurde.
ing793
@rayer: ich bin mir nicht ganz schlüssig, wie Du darauf kommst, dass es das in D nicht gibt.
Definitiv rückforderbar ist jedweder "zuviel" genommener Urlaub jenseits des gesetzlichen Mindesturlaubs.
Wie das hier bei zehn Tagen ist, da will ich mich nicht aus dem Fenster lehnen.

Wäre ich der Chef, müsste sie das jedenfalls bei mir einklagen.
ing793
Im übrigen werfe ich einfach mal was ein:
Da die Stelle im Bewusstsein des frühen Endes angetreten wird und damit im Bewusstsein, dass die Erteilung des Urlaubes zu einem dem Grunde nach unberechtigten finanziellen Vorteil führt, würde mir so ganz spontan der Begriff "Betrug" einfallen (oder meinetwegen "Erschleichung").
rayer
Ganz einfach ing, eigene Erlebnisse. Gehalt einbehalten ist sogar strafbar. Hatte mal einer meiner früheren Arbeitgebern versucht, ging in die Hose und hatte einen sofort vollstreckbaren Pfändungstitel zur Folge. Der Gute hatte eine damals noch notwendige Blitzüberweisung getätigt, damit ich nicht mit meinem Pfändungstitel bei seiner Bank auftauche.
Zuviel genommener Urlaub gibt es auch nicht. Wenn Du im März den ganzen Jahresurlaub genommen hast und zum 30.06. kündigst hat der Arbeitgeber Pech. Einzig ein Eintrag in das Arbeitszeugnis wäre möglich, damit der neue Arbeitgeber informiert ist, dass der Jahresurlaub genommen wurde.
ing793
@rayer: es mag Dich verwundern und erstaunen, aber Urlaubsregelungen für die erste und die zweite Jahreshälfte unterscheiden sich in D fundamental.
In der ersten Jahreshälfte hast Du recht hast Du grundsätzlich recht - wobei auch das davon ausgeht, dass der Arbeitnehmer länger als einen Fliegenschiss beschäftigt ist.
Nach dem 30.06. sieht das grundsätzlich anders aus.

Ich gehe fest davon aus, dass Deine eigene Erfahrung aus dem ersten Halbjahr eines Jahres stammt.
rayer
@ing
Meine Erfahrung beschränkt sich auf Gehalt einbehalten. Beim Urlaub kenne ich das nur aus einem Beschäftigungsverhältnis im Bekanntenkreis vor zig Jahren.
Matthew
Wenn man mit offenen Karten spielen will, dann spielt man mit offenen Karten.
Deine Frage mach deutlich: Wenn es denn keine Konsequenzen hätte, dann wärst Du auch bereit, die Karten auf den Tisch zu legen.
Mit offenen Karten spielen sieht anders aus.