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"Ehrenmord"-Prozess in Hagen: Die Stille nach dem Schuss

Als die Richter die vier Angeklagten fragen, ob sie sich zum Tod ihrer Tochter, Schwester oder Nichte äußern wollen, schütteln sie nur den Kopf. Für die Anklage aber ist der Fall klar.

Die Anklage listet die Beteiligten auf: Eine Mutter, die ihre Tochter in die Todesfalle gelockt haben soll. Ein Onkel, der demnach den Tatort bestimmte. Und ein Bruder, der mit einem weiteren Onkel das Todesurteil vollstreckt haben soll. Vier Angehörige einer kurdischen Familie müssen sich seit Freitag vor dem Hagener Landgericht verantworten. Sie alle sollen im August 2008 an der Ermordung einer 20-jährigen Libanesin beteiligt gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass die junge Frau mit ihrem "westlichen Lebensstil" ihre Familie gegen sich aufgebracht hatte. Ihr Tod habe die verletzte Ehre des Clans wieder herstellen sollen.

Als der Staatsanwalt die Anklageschrift verliest, demonstrieren die ihm gegenüber sitzenden Angeklagten Gelassenheit. Echte Anspannung verrät keines der Gesichter. Als sie später gefragt werden, ob sie im Prozess Angaben machen möchten, schütteln alle die Köpfe. Dr. André Neumann, einer der Verteidiger der 48-jährigen Mutter, sagt nur: "Meine Mandantin weist die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft entschieden zurück. Die Anklage ist für sie schlicht nicht nachvollziehbar." Sein Mitverteidiger Suat Sahin ergänzt später: "Sie ist eine liebenswürdige Mutter von sieben Kindern und in Deutschland voll integriert."

Die junge Libanesin wollte nicht so leben wie ihre Familie, sondern einfach so sein wie ihre Freundinnen. Doch genau das soll der Clan nicht akzeptiert haben. Vor allem die älteren Männer machten ihr laut Anklage ständig Vorwürfe: Die 20-Jährige kleide sich zu freizügig, treffe sich mit wechselnden Männern und rauche in der Öffentlichkeit. Im Sommer 2008 hatte die junge Frau schließlich genug. Sie flüchtete in ein Frauenhaus, mietete anschließend eine eigene Wohnung. Doch noch vor dem Einzug wurde sie getötet.

Todesursache: Kopfschuss

Die Leiche wurde am 31. August 2008 auf dem Parkplatz "Sterbecker Siepen" an der A45 gefunden. Ein Kopfschuss hatte die 20-Jährige getötet. Laut Staatsanwaltschaft hat sich das Drama so abgespielt: Nachdem der Familienrat die Ermordung beschlossen hatte, rief die Mutter ihre Tochter an und bat sie inständig darum, wieder nach Hause zu kommen. Als die junge Frau zugesagt hatte, meldete die Angeklagte angeblich ihren Verwandten, die Tat könne wie geplant am Abend über die Bühne gehen. Ein heute 51-jähriger Onkel, ein inzwischen 20 Jahre alter Bruder und ein heute 23-jähriger Cousin sollen die junge Frau überwältigt, verschleppt und erschossen haben.

Der Cousin wurde bereits in einem ersten Prozess wegen Mordes zu 14 Jahren Haft verurteilt. Die übrigen Angeklagten wurden erst später festgenommen. Der heute 51-jährige Onkel ging den Fahndern im September 2012 in Finnland ins Netz. Beim Verlassen des Saales nach dem ersten Verhandlungstag suchten mehrere Zuschauer Blickkontakt mit dem Mann. Seitdem der Vater der 20-Jährigen 2006 an Krebs starb, gilt der Onkel als eines der Oberhäupter der kurdischen Familie.

Martin von Braunschweig, DPA / DPA
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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