Amtsgericht Mannheim "Kachelmann nicht vorgeführt"


Das Mannheimer Amtsgericht hat den Vorwurf zurückgewiesen, den TV-Wetterexperten Jörg Kachelmann nach seiner Vernehmung am Mittwoch öffentlich zur Schau gestellt zu haben.

Das Mannheimer Amtsgericht hat den Vorwurf zurückgewiesen, den TV-Wetterexperten Jörg Kachelmann nach seiner Vernehmung am Mittwoch öffentlich zur Schau gestellt zu haben. "Das Vorgehen wurde mit Herrn Kachelmann abgestimmt, dem auch Gelegenheit gegeben wurde, sich gegenüber der Presse zu äußern", sagte Gerichtssprecher Volker Schmelcher der Deutschen Presse-Agentur dpa. Es sei zudem rechtlich unstrittig, dass ein Informationsanspruch der Öffentlichkeit "nicht ohne weiteres beiseite geschoben werden kann". Er müsse mit dem Persönlichkeitsrecht Kachelmanns abgewogen werden. "Eine solche Abwägung hat das Amtsgericht pflichtgemäß vorgenommen", sagte Schmelcher.

Der Berliner Medienanwalt Christian Schertz hatte sich zuvor empört gezeigt über die "Vorführung" Kachelmanns bei dem Gerichtstermin. "Mir ist kein Fall in der deutschen Pressegeschichte bekannt, wo es die Justiz ermöglicht hat, dass ein bloßer Beschuldigter vor laufenden Kameras in eine grüne Minna weggeschlossen wurde", kritisierte Schertz in einem dpa-Gespräch.

Der TV-Wetterexperte Kachelmann sitzt wegen des Verdachts der Vergewaltigung seiner früheren Lebensgefährtin in Untersuchungshaft. Er bestreitet aber die Vorwürfe und will sich juristisch dagegen zur Wehr setzen. Nach seiner Vernehmung musste der 51-Jährige im Amtsgericht Mannheim am Mittwoch zu einem Gefangenentransporter auf dem Hof laufen. Dort warteten Journalisten mit Kameras und filmten die Szene.

DPA DPA

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