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Bergsteiger-Unglück in der Schweiz: 14-Jährige stürzt mit Alpinisten in den Tod

Sie starteten zu sechst in den Schweizer Alpen. Am Mittag die Katastrophe: Fünf deutsche Bergsteiger stürzen in die Tiefe - vier Männer und ein 14-jähriges Mädchen. Sie waren offenbar nicht angeseilt.

In den Schweizer Alpen sind am Dienstag fünf deutsche Bergsteiger in den Tod gestürzt. Das hat die Schweizer Polizei offiziell bestätigt. Unter den Opfern seien die 14-jährige Tochter sowie der 20-jährige Sohn des einzigen Überlebenden der Gruppe. Außerdem kamen ein 44-Jähriger und dessen 17-jähriger Sohn sowie ein 21-jähriger Mann um, teilte Polizeisprecher Renato Kalbermatten am Mittwoch mit.

Der 21-Jährige sei ein Kollege der getöteten jungen Leute gewesen. Die Ursache des Unglücks ist weiter rätselhaft: "Gemäß ersten Erkenntnissen waren die Bergsteiger zum Unfallzeitpunkt nicht angeseilt", sagte der Polizeisprecher. Zuvor hatte es Vermutungen gegeben, dass die Gruppe angeseilt war

Nach Informationen der Schweizer Zeitung "Blick" stammten die Opfer "aus dem Raum Berlin". Das Auswärtige Amt konnte diese Angabe zunächst nicht bestätigen.

Die Bergsteiger waren Dienstagmittag kurz unterhalb des Gipfels des 4010 Meter hohen Lagginhorns in den Walliser Alpen abgestürzt, als sie auf dem Rückweg waren.

Das Unglück ereignete gegen 13 Uhr, als die Bergsteiger auf dem Rückweg vom Gipfel des 4010 Meter hohen Lagginhorn nahe der Ortschaft Saas-Grund im Wallis waren. Die Alpinisten, die zu einer Gruppe gehörten, brachen am frühen Morgen auf, um das Lagginhorn zu besteigen.

Staatsanwaltschaft ermittelt

"Die Söhne waren so um die 20, das Mädchen erst etwa 15 - es ist eine große Tragik", sagte die Mitarbeiterin der Berghütte, von der die Gruppe am Dienstag zum Gipfel des Lagginhorns etwa 35 Kilometer südlich der Ortschaft Visp aufgebrochen war. Einer der sechs Alpinisten überlebte, weil er wegen eines Schwächeanfalls 100 Meter vor dem Gipfel zurückblieb.

Die Polizei hatte zuvor noch vermutet, die Bergsteiger seien angeseilt gewesen. "Sonst wären nicht alle fünf gleichzeitig abgestürzt", sagte Renato Kalbermatten von der Walliser Kantonspolizei Reportern. Die zuständige Staatsanwaltschaft des Amtes Oberwallis hatte Ermittlungen aufgenommen, da dies sei bei tödlichen Bergunfällen das normale Vorgehen sei.

jar/DPA / DPA