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Krebspatientin Vatikan kritisiert Suizid von Brittany Maynard


Die Diskussionen zum Freitod von Brittany Maynard ebben nicht ab: Jetzt hat sich der Vatikan eingeschaltet, der im Suizid der Krebspatientin einen "Fehler" sieht, der nichts mit Würde zu tun habe.

Der Suizid der krebskranken Brittany Maynard löst weltweit Diskussionen aus. Auch der Vatikan hat auf den, in der Öffentlichkeit angekündigten, Selbstmord reagiert und diesen stark kritisiert.

"Der begleitete Suizid ist eine Absurdität, weil Würde etwas anderes ist, als das eigene Leben zu beenden", sagte der Leiter der päpstlichen Akademie für das Leben, Ignacio Carrasco de Paula, der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Die unheilbar kranke 29-Jährige Maynard hatte sich am Samstag wie öffentlich angekündigt das Leben genommen, weil sie nach eigener Aussage trotz ihres aggressiven Hirntumors "würdevoll" sterben wollte.

Weiter betonte Carrasco de Paula, dass die Kirche nicht die Menschen verurteile, aber ihr Handeln. "Brittany Maynards Geste an sich ist zu verurteilen", sagte der Prälat. "Diese Frau hat es gemacht und angenommen, würdevoll zu sterben, doch hier ist der Fehler, sich das Leben zu nehmen, ist keine gute Sache, sondern eine schlechte", sagte Carrasco de Paula. Suizid heiße nein zu sagen - "zum eigenen Leben und zu allem, das unsere Mission in der Welt respektiert, und zu denen, die uns nahe stehen".

Wunsch in Würde zu sterben

Ärzte hatten bei Maynard Anfang dieses Jahres einen Gehirntumor diagnostiziert und ihr im April noch sechs Monate zu leben gegeben. Die frischverheiratete junge Frau entschied daraufhin, ihrem Leben selbst ein Ende zu setzen und zog dafür von Kalifornien nach Oregon, wo Sterbehilfe legal ist.

Maynard, die sich in den letzten Wochen für die aktive Sterbehilfe eingesetzt hatte, nahm am Samstag im Beisein ihrer Familie die tödlichen Medikamente ein. Ihre Entscheidung entfachte in den USA eine lebhafte Debatte über das Recht auf Sterbehilfe.

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

stb/DPA/AFP print

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