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Plus von sieben Prozent: Geburtenrate steigt weiter in Deutschland – Migration ein wichtiger Faktor

Immer mehr Kinder werden jährlich in Deutschland geboren. Im Vergleich zum letzten Jahr erhöhte sich die Geburtenrate um sieben Prozent. Das liegt nicht zuletzt auch an Migrationseinflüssen in Deutschland.

Geburtenrate: Eine Mutter wirft ihr Kind in die Luft

So viele Neugeborene wie seit 1996 nicht mehr. Die Geburtenrate in Deutschland steigt weiter an. 

DPA

Um Deutschlands Nachwuchs steht es weiterhin gut. Wie eine aktuelle Statistik verrät, erhöhte sich die Geburtenrate in Deutschland um sieben Prozent, das entspricht 54.556 Neugeborenen. Damit liegt Deutschland im internationalen Vergleich im soliden Mittelfeld. Entscheidenen Einfluss auf das Wachstum haben laut der Statistik auch ausländische Frauen, die in Deutschland leben. 

Mit einer durchschnittlichen Geburtenziffer von 1,59 Kindern pro Frau wurde zudem der höchste Wert seit 1973 gemessen. Damit liegt Deutschland im europäischen Mittelfeld - deutlich hinter den Französinnen mit einer Geburtenziffer von 1,92, aber auch klar vor den Italienerinnen und Spanierinnen mit einer Geburtenziffer von je 1,34 Kindern pro Frau.

Geburtenanstieg auch dank späten Kinderwünschen

Migration hatte einen deutlichen Einfluss auf den Geburtenanstieg in Deutschland - knapp 185.000 Kinder wurden von Müttern mit ausländischer Staatsangehörigkeit geboren. Das war ein Anstieg um 25 Prozent im Vergleich zu 2015.

Während die Geburtenhäufigkeit bei ausländischen Müttern insgesamt anstieg, nahm zusätzlich der Anteil von Frauen aus Ländern zu, in denen Kinderreichtum zur Tradition gehört, hieß es. So wurden 21.800 Kinder türkischer Mütter geboren, 18.500 mit syrischer Mutter. Und in 11.800 Fällen hatte die Mutter eines Neugeborenen einen polnischen Pass.

Doch auch bei Müttern mit deutschem Pass gab es einen Geburtenanstieg um drei Prozent. Diese Entwicklung führt das Statistische Bundesamt vor allem darauf zurück, dass Frauen im Alter zwischen 30 und 37 Jahren häufiger Kinder bekommen. Sie hatten im jüngeren Alter deutlich weniger Kinder zur Welt gebracht als Frauen vorangegangener Jahrgänge.

Diese Frauen realisierten "derzeit unter günstigen familienpolitischen und wirtschaftlichen Bedingungen ihre Kinderwünsche mit höherer Intensität", sagte eine Sprecherin des Statistischen Bundesamtes. Zudem gebe es derzeit mehr Frauen in dieser Altersgruppe, die nun nach Jahren der Ausbildung und des Berufslebens in ihren Dreißigern potenziell die Entscheidung für ein Kind treffen.

Unterschiede in Geburtenrate zwischen Ost und West

Während im EU-Durchschnitt der Anteil der Frauen, die im Teenageralter das erste Kind bekamen, bei 5 Prozent lag, waren in Rumänien 14,2 Prozent aller Erstgebärenden jünger als 20 Jahre. In Bulgarien betrug der Anteil dieser besonders jungen Mütter 13,6 Prozent, in Ungarn 10,8 Prozent. 

Auffällig waren laut Statistischem Bundesamt die Unterschiede der Geburtenzahlen zwischen Ost und West: In den westdeutschen Flächenländern und in den Stadtstaaten stieg die Zahl der Geburten durchschnittlich um 8 Prozent, während sie in den ostdeutschen Flächenländern mit 4 Prozent Zuwachs schwächer ausfiel. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen lag die Zahl der Geburten mit mehr als 173.000 Babys besonders hoch, im kleinen Saarland hingegen waren es nur 8200 Neugeborene.

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fk / DPA