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Indien Wegen Schreibfehler in Klassenarbeit: Lehrer soll 15-jährigen Schüler zu Tode geprügelt haben

Eine Hand hält einen kurzen Zeigestock in der Hand und zeigt damit auf eine Schultafel
Weil er einen Schreibfehler gemacht habe, soll ein Lehrer in Indien seinen Schüler zu Tode geprügelt haben (Symbolbild) 
© Imago / Friedrich Stark
In Indien soll ein Lehrer so sehr auf einen 15-jährigen Schüler eingeprügelt haben, dass dieser an seinen schweren Verletzungen stirbt. Die Tat hat starke Proteste ausgelöst, Demonstranten sprechen von einem Hassverbrechen. 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RTL.de 

20 Tage lang soll der 15-jährige Nikhil im Krankenhaus um sein Leben gekämpft haben. Am Montag erlag der Schüler schließlich seinen Verletzungen.

Zugefügt hatte ihm diese offenbar sein Lehrer. Anfang September soll dieser mit einem Stock auf den wehrlosen Schüler eingeschlagen und ihn anschließend noch getreten haben. Der Grund: Nikhil soll in einer Klassenarbeit das Wort "sozial" falsch geschrieben haben. So geht es aus der Anzeige seines Vaters bei der Polizei in Auraiya hervor.

Gewalttätige Proteste in Indien nach Tod von Nikhil

Der Lehrer soll nach Nikhils Tod aus dem Bundesstaat Uttar Pradesh geflohen sein. "Er befindet sich auf der Flucht, doch wir werden ihn bald festnehmen", erklärte Mahendra Pratap Singh von der örtlichen Polizei.

In Auraiya kam es vor der Einäscherung des 15-Jährigen zu gewalttätigen Protesten. Zahlreiche Menschen demonstrierten in den Straßen und forderten eine Festnahme des Lehrers. Bei den Demonstrationen soll unter anderem ein Polizeiauto in Brand gesetzt worden sein, etwa zwölf Menschen wurden laut Polizeiangaben festgenommen.

Indien: Demonstranten sprechen von Hassverbrechen

Viele der Protestierenden sehen in Nihkils Tod keinen Einzelfall. Sie sprechen von einem Hassverbrechen. Denn: Der 15-Jährige war Teil der so genannten Dalit, der untersten Kaste in der indischen Gesellschaft.

Die Dalit, die lange auch "Unberührbare" genannt wurden, sind in Indien schon lange Opfer von Gewalt und Diskriminierung. "Laut offiziellen Daten finden im Schnitt fünf Hassverbrechen in diesem Zusammenhang pro Stunde in diesem Land statt", sagt Polizeipräsidentin Charu Nigam.

Die Aktivistin Riya Singh kämpft gegen Hass gegen Dalits in der indischen Gesellschaft. Sie ist überzeugt, dass Nikhils Tod eine Folge dieser Diskriminierung ist. Sie sagt: "Der Hass ist noch immer so groß, dass er sogar vor Kindern nicht Halt macht und sie das Leben kostet."

RTL.de, jda

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