Indien Verzweifelter Vater will Töchter töten


Nach zahlreichen Anträgen auf finanzielle und medizinische Unterstützung bei den örtlichen Behörden hat ein verzweifelter Inder nun einen Appell an den Präsidenten des Landes gerichtet: Der Regierungschef soll ihm erlauben, seine behinderten Töchter zu töten.

Der Inder Abdur Rauf aus dem Bundesstaat West Bengal im Nordosten Indiens will seine behinderten Töchter töten und hat an Präsident Abdul Kalam geschrieben, ihm dies zu erlauben.

Zwei Jahre hat der arbeitslose Inder den Minister des Bundesstaates, Buddhadeb Bhattacharjee um Erlaubnis gebeten, seine Töchter töten zu dürfen. Bisher wurde ihm aber immer nur Hilfe zugesichert. Es gebe keinerlei medizinische Betreuung für seine spastisch gelähmten Töchter Fatema, 41 und Regina, 36, die nach Angaben der Zeitung "The Indian Express" oft stundenlang auf dem Lehmboden vor der Hütte liegen.

Finanzielle Unterstützung nur für eine Tochter

Er habe keine andere Möglichkeit mehr, schrieb der 71-jährige Mann in dem Brief an Präsident Kalam. Laut der Zeitung schrieb Rauf, er, seine Frau und seine Töchter bräuchten monatlich etwa 3000 Rupien (55 Euro) zum Überleben. Allerdings hätten ihm die Behörden nach zahlreichen Anträgen lediglich eine Behindertenpension in Höhe von 500 Rupien (9 Euro) für eine Tochter angeboten, weil zwei Mitglieder einer Familie nicht unterstützt werden könnten.

Nachdem Rauf die Hoffnung aufgegeben hätte, von der Regierung finanzielle Unterstützung zu erhalten, habe er sich nun dazu entschieden, seine Töchter zu töten. "Ich möchte den Tod für meine Töchter. Nachdem ich 2005 an den Minister geschrieben habe, wurde mir Hilfe durch die Behörden des Bundesstaates zugesichert, aber es gibt keine Hilfe. Rente bekomme ich auch nicht. Seit einem Jahr suche ich Arbeit, aber bisher wurden mir nur Kurzzeitjobs angeboten. Wenn ich tot bin, werden meine Töchter nicht überleben."

Religiöse Schriften helfen den Schwestern

Biswantath Chowdhury, Sozialminister, erklärte, dass er bisher von diesem Fall nichts gewusst hätte. Allerdings wolle er sich die Angelegenheit genauer anschauen und überlegen, was man für die Familie tun könne.

Tanzila, die älteste Tochter von Abdur Rauf erzählte der Zeitung "The Indian Express", dass ihre Schwestern leiden. Allerdings gäbe es auch Dinge an denen sie sich erfreuen könnten. "Manchmal lese ich ihnen die Geschichte des Märtyrers von Karbala vor. Diese religiösen Schriften kenne sie auswendig."

DPA/kap DPA

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