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Landgericht Ansbach: Amokläufer wollte Facharbeit zum Thema schreiben

Der wegen versuchten Mordes in 47 Fällen angeklagte Amokläufer von Ansbach hat sich bereits vor seiner Tat mit Amokläufen befasst. Ein Lehrer sagte am Dienstag in seiner Zeugenvernehmung vor dem Landgericht Ansbach aus, der 19-Jährige habe im Deutschunterricht auf eigenen Wunsch eine Facharbeit über Amokläufe schreiben wollen.

Seine Gedanken kreisten schon länger um das Thema Amoklauf, sogar eine Facharbeit wollte er darüber schreiben: Schüler und Lehrer des Ansbacher Gymnasiums Carolinum haben am Dienstag vor Gericht den blutigen Amoklauf des damaligen Abiturienten Georg R. aus ihrer Sicht geschildert.

Georgs Klassenleiter berichtete zudem von einer früheren Diskussion mit einer Kollegin. Der Schüler hatte im Fach Deutsch eine Facharbeit über Amokläufe schreiben wollen. Gemeinsam seien die beiden Lehrer aber zu dem Schluss gekommen, dass dies kein geeignetes Thema sei, berichtete Justizsprecherin Ilonka Mehl am zweiten Prozesstag aus der nicht-öffentlichen Verhandlung vor der Jugendkammer des Landgerichts Ansbach.

Unter den Zeugen war auch die Schülerin, die der damals 18-Jährige mit Beilhieben lebensgefährlich am Kopf verletzt hatte. Ein Sachverständiger sagte aus, dass mindestens acht Gewalteinwirkungen zu dem offenen Schädelhirntrauma geführt hatten. Die Jugendliche habe "Riesenglück" gehabt. Die Schülerin plagen selbst nach mehreren Operationen noch starke Kopfschmerzen, zudem ist sie schreckhaft.

Auch einige Lehrer berichteten vor Gericht, dass sie selbst jetzt noch unter Folgen wie etwa Angstattacken litten. Die dritte Etage gelte in der Schule als "absoluter Horrorstock".

Georg R. war im September 2009 mit Brandsätzen und einem Beil bewaffnet in den dritten Stock seiner Schule gestürmt. Bei dem Amoklauf wurden 15 Menschen teils schwer verletzt. Polizisten stoppten den Amokläufer mit drei Schüssen. Die Molotowcocktails hatte er aus Bierflaschen, Lösungsmitteln und Waschbenzin selbst gebaut. Ein Sachverständiger des Landeskriminalamtes erklärte vor Gericht, dass Georg R. mit ihnen die Schule hätte niederbrennen können. Nur weil die Flaschen nicht zersplitterten, sei Schlimmeres verhindert worden.

Die Lehrkräfte schilderten bei ihren Zeugenaussagen übereinstimmend, dass sie am Tattag zunächst nicht von einem Amoklauf ausgegangen seien. Ein Lehrer der mit Brandsätzen beworfenen 10. Klasse hatte gerade Lateinunterricht gegeben, als plötzlich eine Gestalt etwas in das Zimmer warf. Im ersten Moment habe er an einen Scherz gedacht, gab die Justizsprecherin die Aussage des Mannes wieder. Erst als er gesehen habe, wie der Angeklagte mit der scharfen Seite eines Beils auf den Kopf einer Schülerin einschlug, habe er verstanden, dass das Ganze blutiger Ernst sei.

Der unter einer Persönlichkeitsstörung leidende 19-Jährige muss sich unter anderem wegen versuchten Mordes in 47 Fällen vor Gericht verantworten. Am ersten Verhandlungstag hatte der Angeklagte die Tat umfassend gestanden. Mitleid mit seinen Opfern könne er trotz Therapie noch keines empfinden. Als Motiv für seinen Amoklauf hatte Georg R. in einem Dokument, das Ermittler auf seinem Laptop fanden, Hass auf die Institution Schule und die Gesellschaft genannt.

Der Prozess soll am Mittwoch fortgesetzt werden. Als Zeugen werden dann unter anderem die Eltern des Amokläufers und ein psychiatrischer Gutachter erwartet. Das Urteil soll an diesem Donnerstag verkündet werden.

DPA/AFP / DPA
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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