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Razzia im Rathaus: Pforzheim verschleudert 77 Millionen Euro

Riskante Finanzgeschäfte haben die Stadt Pforzheim ins Visier der Staatsanwaltschaft gerückt. Ermittler der Mannheimer Abteilung für Wirtschaftsstrafsachen durchsuchten am Dienstag Büros im Rathaus der Schmuckstadt.

Riskante Finanzgeschäfte haben die Stadt Pforzheim ins Visier der Staatsanwaltschaft gerückt. Ermittler der Mannheimer Abteilung für Wirtschaftsstrafsachen durchsuchten am Dienstag Büros im Rathaus der Schmuckstadt. Wie ein Sprecher mitteilte, wurden in der für die kommunalen Finanzen zuständigen Stadtkämmerei Akten und Computer eingesehen. Die Aktion stehe im Zusammenhang mit hochspekulativen Finanzgeschäften, bei denen der Stadt Millionenverluste drohen.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen nach Angaben von Oberbürgermeister Gert Hager (SPD) die frühere Oberbürgermeisterin Christel Augenstein (FDP) sowie die Leitung der Kämmerei. Stadtkämmerin Susanne Weisshaar hatte erst vor wenigen Tagen den Rückzug aus ihrem Amt angekündigt.

Grund der Ermittlungen sei eine anonyme Anzeige, die vor einiger Zeit bei der Pforzheimer Polizei einging, sagte der Rathaussprecher. Die Staatsanwaltschaft Mannheim bestätigte die Durchsuchung, wollte aber zunächst keine Details nennen. Auch die Landespolizeidirektion Karlsruhe hüllte sich in Schweigen.

In der vergangenen Woche hatte die Kommune gemeldet, dass riskante Anlagegeschäfte ihr noch höhere Verluste bescheren könnten als bislang bekannt. Die Rede ist von bis zu 77,5 Millionen Euro. Bei den Finanzgeschäften mit der Deutschen Bank und J.P. Morgan handelt es sich um Zinstauschgeschäfte. Gegen beide Institute prüft die Stadt juristische Schritte. Sie wirft den Banken falsche Beratung vor.

DPA / DPA