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Vermisstendrama in Drage: Familie Schulze: Tochter hält Stiefvater für den Täter

Der Vorwurf wiegt schwer: Sandra K., ältere Tochter der noch immer vermissten Sylvia Schulze aus Drage, glaubt, dass ihr Stiefvater ihre Mutter und ihre Schwester getötet hat. Dieser habe auch die Möglichkeiten gehabt, Leichen verschwinden zu lassen.

Polizisten suchen von einem Boot aus im Mühlenteich in nahe Buchheim nach einer vermissten Frau und ihrer Tochter

Trotz intensiver Suche mit Tauchern und Spürhunden fehlt von Mutter Schulze und ihrer Tochter noch immer jede Spur

Fast ein Jahr ist es her, dass die aus dem niedersächsischen Drage stammende Familie Schulze spurlos verschwand. Während Stiefvater Marco Schulze vermutlich Selbstmord begangen hatte und nur wenige Tage später tot in der Elbe gefunden wurde, fehlt von Mutter Sylvia und der damals zwölfjährigen Tochter Miriam auch heute noch jede Spur. In einem Interview mit dem Magazin "Closer" erhob Sandra K., ältere Tochter von Sylvia Schulze, nun schwere Vorwürfe gegen ihren Stiefvater. Demnach glaubt die 25-Jährige, dass dieser ihre Mutter und Schwester umgebracht hat und anschließend womöglich verschwinden ließ.

"Marco hatte ein Alkoholproblem und seinen Zweitjob als Lkw-Fahrer einer Supermarktkette zuvor verloren, weil er seinen Führerschein wegen Trunkenheit am Steuer abgeben musste", nannte K. dem Magazin als mögliches Tatmotiv. 

Auch habe der 41-Jährige die Möglichkeiten gehabt, die Leichen vor seinem vermeintlichen Suizid verschwinden zu lassen: "Marco hat in einer Chemiefabrik gearbeitet. Damit kam er an Substanzen ran, die dafür sorgen könnten, dass jemand 'richtig' verschwindet", sagte sie der "Closer". 

Zeugin will Streit beobachtet haben

Tatsächlich sucht die Polizei noch immer erfolglos nach den Leichen der beiden Frauen, die eine Zeugin am Tag ihres Verschwindens an einem Teich in Buchholz gesehen haben will. Trotz intensiver Suche mit Tauchern und Spürhunden blieben Mutter und Tochter bislang jedoch unauffindbar. Zweifel an der Version der Zeugin, die behauptet, vor Ort einen Streit mitbekommen zu haben, hegt Sandra K. jedenfalls keine. "Ich glaube ihr, weil mein Spitzname gefallen ist, den niemand außer den dreien benutzt hat", wird die junge Frau zitiert.

Sie selbst erinnere sich noch genau an den Moment, als sie vom Verschwinden ihrer Familie erfuhr: "Das war zwei Tage, nachdem die drei verschwunden waren. Der Chef meiner Mama hatte sie als vermisst gemeldet und die Polizei rief mich am Freitag an und sagte: 'Wir würden gern mit Ihrer Mutter sprechen. Wissen Sie, wo sie ist?' Zu dem Zeitpunkt habe ich noch nichts Schlimmes vermutet. Doch dann wurde es immer mysteriöser: Ihre Portemonnaies waren zu Hause, und die Handys gingen vom Netz", so die 25-Jährige, die damals mit ihrem vor acht Wochen geborenen Sohn schwanger war.

"Aktenzeichen XY" berichtete über Familie Schulze 

Trotz ihres schrecklichen Verdachts erzählte K. dem Magazin, dass sie Stiefvater Marco selbst dann nicht hassen könne, sollte dieser ihre direkten Verwandten tatsächlich umgebracht haben: "Er war zu Lebzeiten der fürsorglichste Vater, den man sich vorstellen kann. Ich kannte ihn 13 Jahre lang und habe ihn sehr lieb gehabt. Er hat immer gesagt: 'Wir schaffen alles. Nur rede mit mir, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist.' Das war sein Leitspruch, an den er sich offensichtlich nicht gehalten hat."

Der Fall der Familie Schulze hatte im August vergangenen Jahres bundesweit für Aufsehen gesorgt. Nach dem Leichenfund des Vaters hatte unter anderem auch die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" über das mysteriöse Verschwinden berichtet.

mod